Spreewald-Tour
Inhaltsverzeichnis
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Von Prieros nach Lübbenau
Am Donnerstag den 31.05.2018 sind wir zu einer Spreewald-Erkundungstour von Prieros aufgebrochen.
Zunächst sind wir nach Bestensee gefahren.Die Strecke war wenig attraktiv, verlief zumindest aber auf einem getrennten Radweg zur B246. Es waren massenhaft LKW unterwegs. Ein Blick auf die Karte gab uns dann auch die Erklärung. Die Bundesstraße ist die Ost-West-Verbindung südlich von Berlin Richtung Polen. Nach 45 Minuten hatten wir es zum Bahnhof Bestensee geschafft. Nach 10 Minuten Wartezeit, kam der Zug und wir konnten entspannt die 40 Minuten nach Lübbenau fahren.
Auf nach Lübbenau
In Lübbenau angekommen, fuhren wir auf dem Weg zur Spree zunächst an riesigen Parkplätzen vorbei. Das ließ schon einmal erahnen, was am Wochenende oder in den Ferien hier los ist. Wir machten uns sogleich auf Richtung Lehde auf. Dieser Ort ist bis heute nur per Boot zu erreichen, alternativ nun auch zu Fuß oder mit dem Rad. Der Radweg geht bis unmittelbar ans Wasser. Eine steile Holzbrücke mit Treppen und einer schmalen Schieberampe führt dann zu den Häusern. Diese Nummer haben wir uns geschenkt. Wir haben unsere Räder vor der Brücke abgeschlossen und sind zu Fuß bis zu den Häusern gelaufen.
Der Ort besteht überwiegend aus Garten/Terassenwirtschaften, die von den unzähligen Spreekänen angesteuert werden und haufenweise Touris abladen. Auf dem Rückweg sahen wir die vielen Kähne von einer Brücke aus schon kommen. Sie fuhren wie auf einer Schnur aufgereiht durch die Spreearme.
Wir liefen gehetzt von Mückenschwärmen zurück zu unseren Rädern und versuchten von nun an in Bewegung zu bleiben. Die Spreewaldmücken sind wenigstens nicht die schnellsten. So haben wir kaum mehr Mückenstiche bekommen, als wir nicht schon aus Prieros mitgebracht hatten. Vielleicht sind die Mücken auch nur bequem geworden, denn Fußgänger sind eine viel leichtere Beute und hier gibt es reichlich Fußgänger. Ohne die Mücken wäre die Strecke traumhaft gewesen. So war sie faszinierend schön. Ständig fuhren wir über kleine Holzbrücken und passierten auf diese Art unzählige Spreearme. Der dichte, Urwald ähnliche Wald in Kombination mit dem Wasser schafften ein tolles Klima bei der irren Hitze dieses Tages.
Auf nach Burg
Auch wenn es dort sehr schön zu fahren war, waren wir froh, wieder in lichtere Gefilde zu kommen und damit aus den Fängen der Mücken.
Die Landschaft wurde wieder weitläufiger, es gab weniger Querarme der Spree und damit weniger kleine Brücken. Schließlich erreichen wir die Stadt Burg. In der “Radscheune” machten wir endlich eine Pause und aßen etwas aus dem offensichtlich ortstypischen Angebot – saure Eier und Wurstgulasch. Es schien uns noch das harmloseste Essen zu sein. Wir betrachteten es als Versuch, die regionale Küche zu testen, sind aber vorsichtiger geworden.
Erstmalig haben wir hier eine Waschanlage für Fahrräder gesehen. Zu diesem Zeitpunkt brauchten wir sie aber noch nicht. Aber drei Wochen später, nach der Ostseeradtour, hätte ich meinem Rad bestimmt so eine Wäsche gegönnt.
Unser Hotel, das wir in Burg gebucht hatten, konnten wir noch nicht beziehen. Also beschlossen wir die Zeit in einer Eisdiele totzuschlagen. Das war bei dieser Hitze eine super Idee. Hier gab es leckere Riesenkugeln für nur 80 Cent pro Kugel. Schließlich machten wir uns zum Seehotel Arche Noah auf. Das Zimmer war o.k. und die Fahrräder bekamen sogar eine extra Box, wo wir sie unterstellen konnten.
Die gesamte Anlage war der absolute Hit. Der Wellnessbereich war über mehrere kleine Gebäude verteilt . Die Sauna sprach uns bei diesen Außentemperaturen absolut nicht an. Auch das Hallenschwimmbad interessierte uns nicht, da dieses Hotel einen Außenpool in Form eines Naturschwimmbades hatte. So konnten wir diesen Nachmittag zwischen Baden und Chillen auf bequemen Liegen unter dem Sonnenschirm genießen. Abends ließen wir uns in dem tollen Restaurant verwöhnen. Da für Freitag Gewitter vorausgesagt waren, beschlossen wir, den Tag früh zu starten. Das Frühstück in dem Hotel war eines der besten, das wird je in einem Hotel bekommen hatten. Die Auswahl war so groß, dass man eigentlich gar nicht wusste, was man essen sollte.
Auf nach Schlepzig
Unser nächstes Ziel am folgenden Tag war Schlepzig im Unterspreewald. Wir fuhren auf dem Gurkenradweg nach Lübben. Es war eine überwiegend gut zu befahrene Strecke. Einzig auf einem Abschnitt nervte der grobe Schotter. Viel schlimmer war dort aber der Bremsenschwarm, der uns bestimmt 15 Minuten begleitete und attackierte.
In Lübben machten wir eine Pause am Marktplatz. Brachen aber recht bald wieder auf, da ein Windchen aufzog und ich Angst hatte, dass das angekündigte Wetter Norberts Haut durchnässten könnte. Von da an ging es auf dem Dahmeradweg nach Norden. Wir fuhren an vielen großen Seen vorbei und wären auch gern baden gegangen. Leider waren diese Seen bei näherem Betrachten nicht mehr einladend zum Baden. Es waren eben nur recht flache Fischteiche mit reichlich Entengrütze und ähnlichem Zeugs.
In Schlepzig standen wir auch bald vor unserem Hotel,konnten zwar noch nicht das Zimmer beziehen, aber wenigstens Gepäck und Räder verstauen. In dem Brauereigasthof mit schönem Außenbereich – alles gehört zum Hotel – konnten wir die Zeit bis das Zimmer bezugsfertig war, gut verbringen.
Ruhe und Natur sind hier Programm. Ein Nutria (Sumpfbiber, Biberratte) hat sich dann auch noch gezeigt.
Eine Besonderheit dieses Hotels ist das Standesamt unter Bäumen. Am frühen Abend war es dann so weit. Die angekündigten Gewitter waren da. Bis spät in die Nacht hat es gegossen.
Auf dieser Strecke hätten wir die Jacken definitiv nicht gebraucht. Als wir oben ankamen waren wir gut durchgeschwitzt. Nun ging es an verschiedenen Fischteichen vorbei stetig bergab. Etwa ab Köthen verlief die weitere Strecke auf dem Dahmeradweg. Anfangs fuhren wir auf einem Radweg parallel zu einer Bundesstrasse. Dieser Abschnitt war unerwartet angenehm zu fahren, da zwischen Strasse und Radweg ein Grünstreifen mit Sträuchern und Bäumen war. Es kam gar nicht das typische Bundestrassen/Radweg Gefühl auf.
Von Märkisch Buchholz bis Prieros führte uns die Route auf einem gut angelegten Radweg durch den Wald. Ungefähr 10 km ging es schnurgerade geradeaus: links Kiefern, rechts Kiefern, vorne der Horizont…..
Auf dieser Strecke sahen wir doch einiges, was das Unwetter vom Vortag angerichtet hatte. Unter anderem versperrte uns ein umgekippter Baum den Weg. Norbert zerrte so gut es ging, den Baum aus dem Weg. Ich schob die Räder nacheinander an Ästen und Blattwerk vorbei.
Den Schaden, den dieser Baum angerichtet hatte, haben wir später in Prieros gemeldet.
Auch am Samstag waren für nachmittags wieder mögliche Gewitter angesagt. Also frühstückten wir wieder früh ( an dem tollen Frühstücksbuffet hätte man sich allerdings auch Stunden aufhalten können) und machten uns bald auf, die letzten 40 km bis nach Prieros zu radeln. Nach den Gewittern waren die Temperaturen deutlich abgekühlt. Die ersten 5 Minuten radelten wir noch in unserem sommerlichen Outfit. Das ging gar nicht. Also zogen wir unsere Jacken an und konnten mit einem deutlich größeren Wohlfühlgefühl weiter fahren. Anfangs verlief die Route auf kaum befahrenen kleinen Straßen. Ab Krausnick verließen wir die Autostraße und fuhren auf Naturwegen unterschiedlichster Beschaffenheit weiter. Anfangs ging es leicht bergan, bald aber deutlich hoch. So sollte es dann auch für die folgenden 4 km bleiben. Da hatten wir doch mal Gelegenheit, in einer ansonsten recht ebenen Region, uns durch alle Gänge im Rad zu schalten.
























