Berlin Tour 1. Anlauf von Wehr bis Bad Sulzach
Inhaltsverzeichnis
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1.Tag von Wehr nach Stühlingen - 22.7.2013
Um 8:38 Uhr ging es los von Wehr nach Berlin. Die Abfahrt war total locker und entspannt, da wir die Wohnung nicht für 4 Wochen klar machen mussten, denn wir wurden von den 4 Spessies auf die Reise geschickt. Anfangs waren die Temperaturen noch angenehm. Es sollten aber heute deutlich über 30 Grad werden. Da wir uns vorgenommen hatten, die Radtour mit sinnvollen Pausen zu machen, legten wir den ersten Boxenstop in Laufenburg und den zweiten unterhalb von Waldshut ein.
Ein grösseres Päuschen stand dann in der Altstadt von Tiengen an. Bemerkenswert ist der gute Radweg neben der Bundesstrasse zwischen Waldshut und Tiengen.
Nach einer knappen Stunde ging es weiter. Es wurde immer heißer.10 KM vor unserem Tagesziel kam zum ersten Mal unsere Picknickdecke unter einem Schatten sprendenden Baum an der Wutach zum Einsatz.
Unser Ziel an diesem Tag war Stühlingen, wo wir im Hotel Krone übernachteten. Wir hatten am Abend noch ein ausgiebiges Mahl, so dass wir am nächsten Tag gestärkt weiterfahren konnten.
2.Tag von Stühlingen nach Friedingen - 23.7.2013
Wir starteten um 8:00 Uhr in Stühlingen, da die Wetterfrösche wieder einen sehr heißen Tag vorhergesagt hatten. Zunächst fuhren wir bei noch sehr angenehmen Temperaturen auf dem Schwarzwald-Rundradweg. In Grimmelshofen verließen wir diesen Radweg und mussten uns zwischen flach ansteigender Bundesstraße oder heftigem Anstieg über Feldwege entscheiden. Wir haben uns heldenhaft für die Bergvariante entschieden, obwohl wir zu dieser Zeit noch keine E-Bikes hatten :-)) Norbert hat dort das gelbe Trikot für die Bergetappe verdient.
Belohnt wurden wir nach dem heftigen Anstieg mit der Fahrt durch eine schöne Hochebene. Leider konnte man da an keiner Stelle pausieren, da wir dann sofort für alle Bremsen das erste Frischfleisch nach Monaten gewesen wären. Nach Fützen ging es wieder hinunter und dann gleich wieder auf der anderen Seite hinauf. Nun hatten wir genug von den Bremsen und sprühten uns und unsere Kleidung mit Autan ein.
Ca. 10 Minuten trennten uns noch von dem heftigsten Anstieg des Tages. Wir hofften, es war auch der heftigste Anstieg der ganzen Tour (aber schauen wir mal). Schon als wir das Schild 15% Steigung sahen, beschlossen wir die nächsten 3 KM zu Fuß zu gehen. Also schoben wir unsere bepackten Räder eine 3/4 Stunde auf einer sehr befahrenen Strasse den Berg hinauf. Es war die Hölle !!! Das war nicht weniger anstrengend als wenn wir gefahren wären mit dem Unterschied, dass man jederzeit problemlos anhalten kann und nicht Gefahr läuft, bei geringem Tempo vom Rad zu fallen.
Endlich hatten wir das Zollhaus Blumberg erreicht. Wir waren nicht nur ziemlich k.o. sondern auch unserer Getränkevorrat (jeder 2 Flaschen) war aufgebraucht. Ein netter Pförtner einer nahe gelegenen Fabrik füllte unsere Flaschen wieder auf und wir konnten die Tour wieder entspannter fortsetzen. Was war das für ein Genuss am Waldrand entlang, schön schattig durch das Aitrachtal zu radeln. In Geisingen erreichten wir die Donau.
Nach 3 Stunden Fahrt mussten wir dringend etwas essen und steuerten die nächste Pizzeria an, die wir fanden. Die Pizza war super, die Location dagegen ziemlich nervig. Draußen sitzen konnten wir nicht, da es anfing zu gewittern. Drinnen jaulte Musik und auf einem riesen großen Bildschirm flimmerten amerikanische Videos. Unsere geplante 2 stündige Pause haben wir dann auf 1 Stunde verkürzt. Also zogen wir weiter mit der Absicht unsere Pause in einem schönen Kaffee fortzusetzen. Man sollte es nicht glauben, aber wir mussten noch weitere 20 KM fahren, um unseren Kaffee zu trinken.
Dort haben wir dann über HRS in Friedingen ein Hotelzimmer vorgebucht. Mit der Aussicht auf eine Dusche und ein Bett radelt es sich doch viel leichter zum Tagesziel. Wir erreichten Fridingen und erlebten dann den Knaller des Tages. Das Zimmer war falsch gebucht worden. Das ist der Moment, wo man in den Lenker beißen möchte. Die nette Wirtin versprach uns aber, dass wir nicht auf der Strasse übernachten müssten und besorgte und ein 30 Euro billigeres Zimmer in einer privaten Pension. Dort waren noch 2 weitere Paare gestrandet, deren Buchungen auch nicht funktioniert hatte.
3.Tag von Friedingen nach Riedlingen - 24.7.2013
Wieder kurz nach 8:00 Uhr verließen wir Friedingen mit dem Ziel Sigmaringen. Bevor wir aber starten konnten, musste Norbert noch mehrmals Inventur in seinen Taschen machen, da er seine Ärmlinge nicht fand. Man konnte sie gut gebrauchen, da die Temperaturen morgens durch den Nebel, der im Donautal lag, ziemlich frisch waren.. Nach einigen Minuten waren die Ärmlinge gefunden und wir konnten endlich starten.
Der Weg, den wir fuhren war traumhaft. Es ging in einem ständigen auf und ab auf sehr gut ausgeschilderten Radwegen an der Donau entlang nach Sigmaringen. Kaum hatten wir Sigmaringen erreicht, braute sich ein mächtiges Gewitter zusammen. Wir konnten uns gerade noch bei einem Bäcker mit Essen eindecken und das Ganze auf einer Bank verzehren, bevor wir einen Unterstand für die Räder und uns suchen mussten.
Wir gingen in ein Kaffee und waren gespannt, wie lange wir unsere Pause wohl ausdehnen mussten. Nach 2 Stunden war das Gewitter vorbei und wir setzten unsere Fahrt mit vielen anderen gestrandeten Radfahrern fort.
Unser Ziel für diesen Tag war Riedlingen an der Donau. Im Vorfeld hatten wir uns das Hotel Charissma ausgesucht. Dem Bild nach zu urteilen sah das Hotel sehr modern und stylisch aus. Als wir ankamen, sah man wieder, wie man mit Fotos doch den Eindruck manipulieren kann.
4.Tag von Riedlingen nach Ulm - 25.7.2013
Wir fuhren heute von Riedlingen nach Ulm. Über der Donau lag morgens noch Nebel und wir starteten erstmalig mit etwas wärmeren Sachen. Irgendwie hatte ich die Vision, dass der Donau-Radweg sich nur noch abwärts dahin ziehen würde.
Das war aber wie man am Bild sieht ein großer Irrtum. An diesem Tag hatten wir einen absoluten Härtetest zu bewältigen. Wir fuhren frohen Mutes um eine Kurve und hatten dann einen Anstieg von 20% vor uns. Das gute bei solchen Steigungen ist, dass man gar nicht mehr darüber nachdenken muss zu fahren. Es geht einfach mit dem Gepäck nicht. Schon das Schieben des beladenen Rades war eine Herausforderung. Nach diesem Anstieg war uns wenigstens warm.
Der Nebel verschwand auch so langsam und es wurde wieder richtig heiß. Die Strecke ging weiterhin auf und ab, jedoch nicht mehr so heftig. Ein sehr gesprächiger Radler aus der Gegend überzeugte uns, eine Nebenstrecke zu fahren. Na ja, ob das wirklich die richtige Entscheidung war, sei dahingestellt. Wir haben uns vielleicht 5 Höhenmeter gespart, hatten dafür aber bei sengender Sonne keinerlei Schatten.
Nach 3 Stunden fuhren wir in einen kleinen Ort, der gerade einmal einen Bäcker und Fleischer hatte, um uns für eine schöne Mittagspause einzudecken. Wir aßen dann auf eine ungemütlichen Bank unsere Kuchenstücke, wollten gerade weiterfahren, als wir den tiefschwarzen Himmel sahen. Es war klar, dass das mittagliche Gewitter gleich loslegen würde. Leider war das einzige Gasthaus dieses Ortes wieder oben am Hang, also durften wir ein zweites Mal die Räder schieben.
Kaum hatten wir das Gasthaus erreicht, fing es auch schon an zu gießen. So wie wir das schon kannten, war das Gewitter nach 2 Stunden wieder vorbei und wir konnten unsere Reise unter tropischen Bedingungen fortsetzen.
Wir erreichten Ulm. eine Ulmerin gab uns den Tipp für eine typische Radlerunterkunft. Dort erwischten wir noch das letzte 2-Bettzimmer. Im Zimmer war es knalle heiß. Man konnte die Fenster nur ein wenig kippen. Der Raum war so eng, dass wir Mühe hatten, unsere Taschen unterzubringen und dabei noch zu stehen. Entschädigt wurden wir durch ein reichhaltiges Frühstück, das aufs Zimmer serviert wurde.
5.Tag von Ulm nach Heidenheim - 26.7.2013
Heute mußten wir eine Entscheidung treffen, wann wir auf die “Romantische Straße” stoßen wollten. Zur Diskussion stand, die Variation bis Donauwörth an der Donau weiter zu fahren (etwas mehr als einen Tag) oder über den Hohenlohe-Ostalb-Radweg gleich nach Norden zu fahren. Da wir den Donauradweg schon kannten, beschlossen wir nach Norden zu fahren.
Kaum waren wir von der Donau weggefahren, hatten wir in Langenau eine Panne. Ich hatte mir einen Nagel im Hinterreifen eingefahren. Das war zwar ärgerlich, doch hatten wir Glück, dass keine 500 m entfernt ein Fahrradladen war. Dort bekamen wir ein Leihfahrrad und wurden für die Zeit der Reparatur ins nächste Kaffee geschickt. 45 Minuten später konnten wir das Rad mit neuem Schlauch und Mantel wieder abholen.
6.Tag von Heidenheim nach Ellwangen - 27.7.2013
Wieder starteten wir sehr früh. Um 7:00 Uhr waren wir schon in der Bäckerei, die wir uns am Vortag ausgesucht hatten, zum Frühstücken. Bis 10:00 Uhr waren die Temperaturen noch erträglich. Bis Ellwangen mussten wir noch ca. 1 Stunde fahren.
Damit wir an diesem Tag wenigstens auf 55 Tageskilometer kommen, legten wir bei 36 Grad einen Umweg ein. Wir wollten eigentlich zum Schloss, welches man auf dem Bild sieht. An dem Bild kann man aber auch sehr schön sehen, wo wir gelandet waren. Leider legten wir eine Weggabelung falsch aus und waren auf einem Berg, der unserem Ziel gegenüber lag.
Norbert reagierte völlig gelassen, als wir auf das Schloss blickten, noch nicht wissend, dass das eigentlich unser Ziel seien sollte. Unten im Tal sahen wir eine grössere Stadt liegen. Die Hitze muss uns wohl doch mehr zugesetzt haben, als wir wahr haben wollten, denn sonst gönnt man sich so einen unnützen Anstieg wohl nicht :-)) Um 12:00 Uhr waren wir dann endlich bei glühender Hitze in der Stadt im Tal in Ellwangen.
Das gebuchte Hotel sollte erst wieder um 17:00 Uhr öffnen, also 5 Stunden später (es war wohl nicht unbedingt unser Tag). Wie gut, dass wir die Option hatten, das Hotel jederzeit zu stornieren, was wir auch machten. In der Stadt fanden wir dank der Hilfe eines Stadtangestellten ganz schnell ein Zimmer im Gasthof “Roter Ochse”, was wir sofort beziehen konnten.
Den Nachmittag verbrachten wir damit, dem sogenannten Sänftenrennen zu zusehen.
7.Tag von Ellwangen nach Wörnitz - 28.7.2013
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es wieder um 7:30 Uhr los. Im nicht mehr so steilem Gelände ging es auf und ab Richtung Dinkelsbühl. Es war zwar schon morgens warm, richtig heiß wurde es aber erst gegen Mittag, als auch die letzten Wolken verschwanden. Als wir in Furtwangen ankamen, war es noch zu früh für ein Quartier, weshalb wir weiter fuhren. Leider wurden die Orte immer kleiner und unbelebter. Einzig in Wörnitz (ca. 20 KM vor Rothenburg) fanden wir ein Gasthaus, das von einem älteren Ehepaar geführt wurde.
8.Tag von Wörnitz nach Aub - 29.7.2013
Etwas war an diesem Morgen anders als alle Tage zuvor, es nieselte ganz leicht. Da es immer noch ausreichend warm war, fuhren wir trotzdem los. Der Regen hörte auch recht bald auf, setzte aber wieder in Rothenburg ein. Da wir gestern etwas abseits der romantischen Strasse Quartier bezogen hatten, kostete es uns etwas Mühe, unseren Radweg zu finden. Autofahrer waren auch nicht eine große Hilfe , wenn man nach einem Radweg fragt. Irgendwie haben wir es dann doch geschafft, konnten aber ein Teilstück nicht weiterfahren, da ein nächtlicher Gewitterregen den Weg extrem aufgeweicht hatte. Wir mussten deshalb nach 500 m wieder umkehren und hatten total verdreckte Räder. Auf unserem Weg haben wir am Straßenrand viele ulkige Figuren in den Gärten gesehen.
Das letzte Stück nach Rothenburg war mal wieder eine Schiebestrecke. Ein Kurzdurchgang durch die Stadt reichte uns. Es ist schon faszinierend, was in den Geschäften den Touristen angeboten wird. Vorwiegend waren es ausländische Touristen, die in den Geschäften einkauften. Es wurden Kuckucksuhren, Holz- und Weihnachtsdeko angeboten.
Aus Rothenburg heraus ging es zunächst heftig bergab und dann in einem ständigen Auf und Ab der Tauber entlang. Es war ein sehr schöner, auffällig grüner Weg und hätte noch schöner sein können, wenn der Regen nicht gewesen wäre.
Bis Biberehren fuhren wir auf diesem Weg und bogen dann nach Norden Richtung Main ab. Der Weg führte und durch eine sehr schöne Landschaft auf einer sehr alten Bahntrasse Richtung Aub. Am Abzweig Aub-Ochsenfurt (es wären noch 20 KM bis Ochsenfurt am Main) ließen wir in Anbetracht des stärker werdenden Regens das Telefonorakel sprechen. Bei unserer letzten Pause hatten wir uns die Telefonnummer des Gasthauses “Goldenes Lamm” in Aub notiert. Also riefen wir dort an und erhielten die Bestätigung, dass ein Zimmer frei sei. Das, war für uns Überzeugung genug, nach 60 KM vom Rad zu steigen. Auf diese Weise sind wir in einem 500 Jahre alten Gasthof gestrandet. Der Wirt versorgte uns am Abend nicht nur mit einem leckeren Salat, sondern auch mit dem nötigen Wissen über Aub. So wissen wir jetzt, dass Aub ein Marktplatz an einer alten Handelsstraße zwischen Frankfurt/Main nach Nürnberg bzw. Augsburg war und heute eines der kleinsten Städte Deutschlands ist.
9.Tag von Aub nach Berghainfeld - 30.7.2013
Das Wetter war nicht so heiß für heute angesagt, also ließen wir es etwas ruhiger angehen und frühstückten nicht schon um 7:00 Uhr. Unser Bargeld neigte sich dem Ende zu. Da gegenüber des Gasthauses eine Volksbank war, sollte es kein Problem sein, sich wieder mit Geld zu versorgen. Leider funktionierte unsere DKB-Karte nicht an dem Geldautomaten. Nach einem klärenden Gespräch mit der DKB ergab sich, dass der Automat einen Defekt hatte. In der der nächsten Stadt Ochsenfurt bekamen wir dann unser Geld mit eben der gleichen Kreditkarte und wir konnten unsere Reisekasse wieder füllen.
Bevor wir Aub verließen,besuchten wir noch die Kirche im Ort, um uns einen echten Riemenschneider Altar anzusehen.Wir sind nun wirklich nicht die großen Kunstkenner, aber wir waren froh, dass wir für dieses Erlebnis nicht extra einen Umweg gefahren sind.
Wir verließen Aub und sind weiter auf der Gäubahntrasse Richtung Ochsenfurt und dem Mainradweg. Der Mainradweg war für uns eine reine Enttäuschung gewesen. Wir hatten nicht erwartet, dass der Weg häufig in Hörweite zu einer größeren Strasse verlief. In Kitzingen machten wir unsere erste und von uns geplante Pause des Tages. Über uns zogen sich dicke Wolken zusammen. An Ende diesen Tages haben wir es bis Berghainfeld geschafft, wurden aber unterwegs von drei mächtigen Regengüssen überrascht. Einmal gab uns ein dichter Laubbaum Schutz, ein anderes Mal eine Autobahnbrücke, bei der wir uns mit einer munteren anderen Radlergruppe unterstellten. Bei dem letzten Guss konnten wir uns gerade noch in einen Schuppen einer angrenzenden Wirtschaft retten.
Das war unsere bisher längste (84 KM), flachste und unattraktivste Tagestour gewesen.
10.Tag von Berghainfeld nach Neustadt - 31.7.2013
Heute ging es wieder gemäßigt früh los, da wir einen ziemlich heißen Tag erwarteten. Zunächst fuhren wir auf dem Wern-Radweg und später auf dem Main-Wera-Radweg nach Bad Neustadt. Lange Zeit führte diese Strecke parallel zur A71. Wir hatten befürchtet, dass der Autoverkehr mehr nerven würde, als er dann tatsächlich tat. Wir fuhren nur einmal ca 100 m direkt neben der Autobahn. Die Strecke verlief wenig spektakulär durch kleine langweilige Örtchen oder an Feldern vorbei.
Danach fuhren wir bis Münnerstadt leicht bergab durch einen Wald. Nachdem bis dahin alle Ortschaften nichts besonderes waren, überraschte uns Münnerstadt mit seinem schönen alten Stadtbild und der Stadtmauer mit einem Tor.
Mit 55 KM und nur wenigen Steigungen wäre diese Tour keine große sportliche Herausforderung gewesen, wäre nicht dieser ständige, heftige, nervige Wind gewesen. Da wir schon so früh in Neustadt waren, gleich ein Hotelzimmer bekamen, sogar noch eines mit Fenster im Bad, starteten wir als erstes eine große Waschaktivität. Bad mit Fenster muss man schon ausnutzen.
Wäsche gewaschen, aufgehängt und frisch geduscht, gingen wir auf Stadterkundung. Wir waren total begeistert von der gut erhaltenen Stadtmauer. Wir entdeckten dort eine Tafel, die uns zeigte, dass wir uns bisher auf dieser Tour überwiegend auf eine alten Handelsstraße von Lübeck nach Rom bewegten.
11.Tag von Neustadt nach Bad Salzungen - 1.8.2013
Schon vor 7:00 Uhr waren wir beim Frühstück. Draußen war es noch ziemlich frisch, so dass ich beschloss mit Ärmlingen zu fahren.
Wir fuhren auf dem sehr gut ausgeschilderten Radweg zunächst bis Mellrichstadt. Dort war es Zeit für unseren traditionellen Vormittagskaffee. Die Ärmlinge konnten nur endlich auch in den Packtaschen verschwinden. Dafür war es an der Zeit, sich mit Sonnencreme einzuschmieren.
Nach Mellrichstadt näherten wir uns mit jeder Radumdrehung mehr der alten Staatsgrenze. Die Gegend wurde immer einsamer und es ging stetig berauf.
Die Ruhe auf dem ehemaligen Grenzstreifen war unheimlich. Keine Geräusche wie Auto oder Bahn waren zu hören. Man konnte nicht einmal Vögelgezwitscher hören. Es war irgendwie friedvoll aber auch unheimlich, da man diese Ruhe einfach nicht gewöhnt war.
Schließlich ging es langsam wieder abwärts, erst durch ein Waldgebiet dann über Felder und schließlich durch ein kleines Dörfchen. Am Ende erreichten wir Meinigen, wo wir uns an der Werra eine schattige Bank für eine Apfelpause suchten.
Auf überwiegend schönen Wegen ging es dann ständig an der Werra entlang. Wir hatten bei dieser Hitze sogar noch Glück, weil viele dieser Wege nicht nur leicht abwärts führten, sondern auch noch durch den Wald.
In Schwallungen führte uns die dortige Radbeschilderung leicht auf Abwege. Wir fuhren nicht am Waldrand entlang, sondern in knalliger Hitze über freies Feld. Von da an wechselte der Radweg auch öfters auf die Strasse. Schade !!! Bei der teilweise rücksichtslosen Fahrweise der Autofahrer ist das wirklich kein Vergnügen.
Auf der gesamten Strecke gab es nur sehr wenig Gasthäuser und selbst als wir Bad Salzungen erreicht hatten, fanden wir dort auch nur zwei Hotels. Wir haben dann ein sehr schönes Zimmer mit Aussicht auf den See im Haus Hufeland bekommen.
12.Tag von Bad Salzungen nach Eisenach - 2.8.2013
Wir hatten uns heute entschieden, auf direktem Weg nach Eisenach zu fahren und nicht weiter auf dem Werra-Radweg. Es war klar, dass es über einen Buckel ging. Man gönnt sich ja sonst nichts. Auf der Karte war ein grüner Radweg eingezeichnet. Los ging es auf einer relativ wenig befahrenen Autostraße. Im ersten Ort brachte uns eine nette Frau dann auf den richtigen Weg. Wir folgten nach ihrer Angabe dem Lutherweg. Anfangs lief es sehr gut. Wir fuhren überwiegend auf asphaltierten Wegen. Aber irgendwann landeten wir ohne Vorwarnung auf einem Waldweg. Mit flotten Mutmacher Sprüchen, wie: ” hier ist bestimmt schon Luther in Sandalen gelaufen”, fuhren wir immer weiter. Es ging ständig bergauf und der Bodenbelag wurde immer schlechter. Grobe Steine, Sandflächen , ausgefahrene Fahrrinnen, wir hatten die ganze Palette an schlechter Wegstrecke. Schließlich mussten wir absteigen und schieben, natürlich weiter bergauf.
Nach ca. 30 Minten erreichten wir die Bundesstraße, waren uns aber wegen der Richtung überhaupt nicht mehr sicher. Unsere Karte half auch nicht weiter. Kurzer Hand hielten wir ein vorbei fahrendes Auto an und fragten, in welcher Richtung Eisenach liegt. Wir entschlossen uns dann bis zum nächsten Abzweig auf der Strasse mit unzähligen Autos und LKWs zu fahren bzw. teilweise auch zu schieben.
Ca. 6 KM vor Eisenach kamen wir zu einer Wirtschaft, wo wir einen anderen Radfahrer aus der Gegend nach dem Weg fragten. Er riet uns dringend davon ab, den Weg durch den Wald zu nehmen, da es dort keinerlei Markierungen geben würde. Diese Erfahrung hatten wir selbst an diesem Tag schon auf dem Lutherweg gemacht.
Also ließen wir uns wieder auf das Abenteuer Bundesstraße ein. Schließlich erreichten wir die ersten Häuser von Eisenach. Da wir vorher von dem einheimischen Radfahrer noch den Tipp bekommen hatten, legten wir hier einen Fotostopp ein, weil man dort einen tollen Blick auf die Wartburg hatte. Schließlich erreichten wir die Innenstadt und sehr schnell eine Unterkunft.
Es war und blieb an diesem Tag unerträglich heiß. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad schenkten wir uns den Fußmarsch zur Wartburg und nahmen den Bus. Unsere Tagestour betrug heute nur 26 KM. Durch die unangenehme Strecke und die wahnsinnige Hitze schlauchte dieser Tag aber mehr, als viele andere längere Touren.
13.Tag von Eisenach nach Gotha - 3.8.2013
Heute fuhren wir von Eisenach nach Gotha. Petrus hatte ein Einsehen mit uns. Wir konnten bei bedecktem Himmel starten. Bei 25 Grad war das sehr angenehm. Die Sonne zeigte sich erst kurz vor Gotha, dann aber wieder mit all ihrer Kraft. Da Wochenende war, hatten wir für Gotha und Erfurt die Quartiere vorgebucht. Das war ein sehr beruhigendes Gefühl. Wir konnten auch schon mittags unsere Zimmer in der Pension Regina beziehen.
Der Weg bis dahin war recht mühsam. Erwartet hatte ich ein ständiges Auf und Ab. Es war aber mehr Auf. Das allein hätte bei dem Höhenunterschied noch nicht viel Kraft gekostet. Leider führte die Strecke über schlechte bis sehr schlechte Feldwege. Ca. 5 KM mussten wir neben der viel befahrenen A4 über Steine hoppeln. So etwas ist für uns die Höchststrafe.
Im Quartier endlich angekommen, nahmen wir erst einmal eine erfrischende Dusche, bevor wir bei sengender Hitze die Stadt erkundeten.
14.Tag von Gotha nach Erfurt - 4.8.2013
Auch heute hatte Petrus wieder Gnade walten lassen und wir konnten die erste Stunde bei bedecktem Himmel von Gotha Richtung Erfurt fahren. Schön, dass der Radweg aus Gotha noch hinter der Orangerie entlang führte, denn am Samstag brachten wir es nicht fertig, sie uns anzusehen.
Aus der Erfahrung der letzen Tage entschieden wir uns ein Stück des Radweges auf einer Landstraße abzukürzen. Dadurch kamen wir richtig flott voran und die Autofahrer schienen auch alle noch zu schlafen. Es fuhr sich heute viel besser als am Vortag. Die Strassen waren definitiv besser befahrbar und dazu ging es tendenziell immer bergab. Abseits vom Verkehr, durch Gärten und Parks, ging es bis fast ganz in Erfurts Altstadt hinein. Obwohl wir schon sehr früh in Erfurt waren, konnten wir sofort unser gebuchtes Zimmer beziehen.
Da wir wieder ein Badezimmer mit Fenster hatten, startete der Erfurtbesuch wieder mit einem Waschtag. Anschließend starteten wir wieder zu dem obligatorischen Stadtrundgang. Wir konnten den auch richtig genießen, weil es einmal nicht 33 Grad oder mehr waren. Es waren nur 29 Grad also ein angenehmer Tag.
Wir freuen uns, diese 3 Städte (Eisenach, Gotha und Erfurt) in den letzten drei Tagen besucht zu haben und auch in dieser Reihenfolge. Erfurt war einfach der Höhepunkt und eine Reise wert. Am Abend gingen wir noch in eine gemütliche thüringische Wirtschaft und ließen uns von der deftigen Thüringer Küche verwöhnen, wobei ich wegen meiner Gallenprobleme schon etwas zurückhaltender war als Norbert. Er hatte sich eine Nauenburger Pfanne bestellt, was er in der Nacht wohl bitter bereuen sollte. Um ca. 2:00 Uhr meldete sich seine Galle so stark, dass wir einen Notarzt kommen lassen mussten und er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Nacht war gelaufen. Um 5:00 Uhr kam er aus dem Krankenhaus zurück mit dem Wissen, Gallensteine zu haben.
15.Tag von Erfurt nach Bad Sulzach - 5.8.2013
Nach einer sehr kurzen und ereignisreichen Nacht ging es am Morgen weiter, zunächst in Richtung Weimar. Wir fuhren durch verschlafene Orte, in denen es uns nicht gewundert hätte, wäre uns Goethe persönlich vors Rad gesprungen. Wir lernten Pflastersteine der letzten 500 Jahre kennen. Wir wissen jetzt, dass es mit dem Rad schlecht befahrbares und sehr schlecht befahrbares Kopfsteinpflaster gibt.
In Weimar angekommen zeigte sich die Stadt als eine riesigen Baustelle. In der Innenstadt gab es wieder die üblichen Ladenketten. Insgesamt erschien es uns nicht gerade lohnenswert, dort länger zu verweilen. Wir machten unsere Apfelschorlepause und fuhren an der Ilm entlang aus der Stadt heraus.
Es ging viel berauf und bergab. Leider hatte man für den Radweg eine Umleitung eingerichtet, deren Kennzeichnung nur von der entgegen gesetzten Seite zu erkennen war.
Trotz der Widrigkeiten erreichten wir unser Tagesziel Bad Sulzach. Nach einem weiteren Arztbesuch endete hier unsere Radtour, da Norbert auf ärztlichen Rat hin nicht mehr mit seinen Gallenproblemen Radfahren sollte.
Wir fuhren dann mir der Bahn nach Berlin, wo Norbert die zweite Gallenkollik bekam und sich dann in der Charite die Galle operativ entfernen ließ.












































































