Tourdaten der Herzroutentour incl. An- und Abreise: Strecke 1136 Kilometer und 16270 Höhenmeter in 20 Tagen.
Inhaltsverzeichnis
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Wir nennen diese Radtour Herzroute, weil die schweizer Veloroute 99 das eigentliche Kernstück dieser Radtour war. An- und Abreise ergaben jeweils drei Tagen, so dass uns diese zusätzlichen sechs Tage eine tolle Schweiz-Rundtour beschert hatten.
1.Tag von Wehr nach Wiedlisbach
Tourdaten: Strecke 71 Kilometer in 4 Stunden
Das Wetter der letzen Tage war nicht gerade vielversprechend. Der Wetterbericht ließ mich hoffen, daß ab mittag die große Änderung kommen sollte. Es war tatsächlich so und wir konnten um 13:00 Uhr von wehr aus starten.
Zunächst ging es über unseren Hausberg den Dinkelberg nach Schwörstadt, weiter über den Rhein am Kraftwerk von Rheinfelden nach Möhlin und auf der Veloroute 2 bis nach Augst. Die Sonne schien und bis auf einen straken Gegenwind verlief die Fahrt angenehm.
In Augst verließen wir die Veloroute 2 und fuhren weiter nach Ließtal und später auf der Veloroute 54 nach Balsthal. Anfangs stieg es stetig aber moderat an. Irgendwann durften wir wieder bergab fahren. Leider war zu diesem Zeitpunkt die Sonne hinter Wolken verschwunden und der Wind hatte zugelegt. Wir fuhren durch einen Wald entlang an einem Bach. Die Abfahrt war saukalt. Bei einem Halt holten wir unsere dicken Westen heraus und nur wenige Minuten später, waren auch die Mützen dran. Kalt war es immer noch.
Unten angekommen radelten wir durch einige Baustellen mit massenhaft Autoverkehr nach Wiedlisbach. Das gebuchte B&B war fast o.k. In der Gegend gab es keine Möglichkeit etwas zu essen zu bekommen. Nach einer heißen Dusche hatten wir auch keine Lust die Gegen zu erkunden und stürzten uns auf unsere Vorräte. Das Essen bestand dann aus einer Banane und einem Snickers aber für jeden. Am anderen Tag fiel auch noch das Frühstück aus, obwohl es in der Buchung stand. Aber was nicht ist, ist eben nicht.
2.Tag von Wiedlisbach nach Payerne
Tourdaten: Strecke 95 Kilometer in 5:11 Stunden
Die Unterkunft hieß zwar Bed&Breakfast aber wegen des Feiertages gab es wie gesagt eben kein Breakfast. Wir hatten uns dann im Internet eine Konditorei in Solothurn heraus gesucht, die auch am Vatertag auf hatte und Frühstück anbot. Wir sind also ohne Frühstück gestartet und auf der Veloroute 50 in 45 Minuten nach Solothurn gefahren. Es war zum Start unheimlich kalt. Wir mußten wieder Jacke und Mütze anziehen, da der Wind schon sehr unangenehm war.
Als wir in Solothurn angekommen waren, hatte sich auch der Nebel aufgelöst. In der ausgesuchten Konditorei haben wir ein leckeres Frühstück genossen, in der Mittagssonne sitzend. Satt und aufgewärmt fuhren wir weiter nach Payerne überwiegend auf der Veloroute 44. Wir begegneten immer wieder Ortschaften,die wir von früheren Radtouren kannten. Sehr schön war die Strecke an der Altaare entlang durch einen Wald. In Lyss war es Zeit für ein Päuschen und einen leckeren Eisbecher.
3.Tag von Payerne nach Lausanne
Tourdaten: Strecke 61,5 Kilometer in 3:50 Stunden
Endlich konnten wir bei relativ angenehmen Temperaturen und Sonnenschein starten. Es ging weiter auf der Veloroute 44. Der Einstieg in die Tagestour war heute schnell gefunden. Die Strecke war sehr schön. Erst ging es ziemlich eben voran. Später stieg es sanft an und die nächsten 90 Minuten mußten wir bedeutend mehr aus unseren Beinen und Akkus heraus holen. Dann wurden wir aber mit einer traumhaften Alpensicht belohnt. Nun träumten wir von einer schönen Bank im Schatten, um unsere Picknick zu genießen. Wie man auf dem Bild sehen kann, klappte es mit dem Schatten nicht ganz so. Dafür hatten wir auf einem leeren Schulhof einen Tisch und Bänke.Torsten und Lucys Almkäse und unser selbst gebackenes Roggenbrot waren eine wahre Delikatesse.
Mit recht müden Beinen und dem Nobock-Syntom erreichten wir den nördlichen Teil von Lausanne. Wir rollten dann 45 Minuten bergab durch die Stadt bis zu unserem Hotel direkt am See. Das Hotel war wieder einmal deal für einen Waschtag, da das Badezimmer ein Fenster zum Dach hinaus hatte. Nach der Ruhe während der Radetappen bekamen wir in Lausanne fast einen Zivilisationsschock. Es gab dort viele Menschen, Autos und viele Motoräder.
4.Tag von Lausanne nach Romont
Tourdaten: Strecke 54,2 Kilometer in 4 Stunden und 1010 Höhenmeter
In Lausanne startete die eigentliche Herzroute. Wir folgten der gut markierten Veloroute 99 für einige Kilometer der Straße entlang auf Seehöhe. Von unser Radtour 2012 entlang der Rhone wussten wir aber, daß das ein kurzes Erlebnis ist. Schon bald ging es in die Weinberge. Morgens war der Autoverkehr im Weinberg noch überschaubar. Der Blick über den See auf die walliser und französischen Alpen war unbezahlbar. Am liebsten hätten wir dauernd Fotostopps gemacht, wussten aber, daß kein Foto diese gewaltigen Eindrücke einfangen kann.
In Cexbres verließen wir endgültig den See. Die Strecke verlief nun auf extrem verkehrsarmen Wegen, wobei die Steigung heftig zunahm. Schließlich erreichten wir den höchsten Punkt des ersten Abschnitts.
Auffällig auf der ganzen Strecke war, daß es keine Bänke für eine wohlverdiente Pause gab. Nach 2,5 Stunden Fahrzeit kehrten wir im Örtchen Rue direkt unter der Burganlage ein. Dort konnten wir uns mit einem leckeren Salat stärken und für die nächsten heftigen Anstiege erholen. Auf der nächsten Strecke mußten wir aus unseren Akkus kurzzeitig sogar au die 3. Stufe Sport schalten, um die Steigung zu bewältigen. Der höchste Punkt des Tages war heute 850 m. Danach ging es nach Romont weitgehend nur noch abwärts. Kurz vor Ladenschluß um 16:00 Uhr erreichten wir einen Coop, wo wir uns mit Essen versorgten. Danach begann eine 4 KM lange Irrfahrt durch den Ort, bis wir unser Hotel, das etwas außerhalb lag, erreichten.
Unterwegs trafen wir ein schweizer Ehepaar, daß das gleiche Hotel per Rad zum Ziel hatte. Sie hatten zum Glück schon vorher Passanten nach dem Weg gefragt.
5.Tag von Romont nach Flamatt (Laupen)
Tourdaten: Strecke 72 Kilometer in 4 Stunden
Nach dem Frühstück wurde alles gepackt. Leider waren unsere Sachen ziemlich klamm, da das Hotelzimmer zwar groß aber leider auch feucht war. Es war schön, in der Sonne zu starten.
Zunächst ging es noch bergauf und dann stetig bergab traumhaften Aussichten. Irgendwann tauchten wir in den Wald ein. Das Gute war daran, daß es dort ein angenehmes Klima hatte. Schlecht war nur das ständige Fahren auf Schotterpisten. Aus dem Wald heraus ging es nach Avanche, aber nicht auf bekannten Wegen, sondern oberhalb des Tals. Es ging zwar auf und ab, war aber viel schöner als die Route 44.
Wie letztes Mal hatten wir jetzt auch wieder Probleme den Einstieg in die Veloroute nach Avanche zu finden. Das gleiche Problem hatten wir schon 7 Jahre zuvor auf einer Radtour.
Die nächste Etappe ging nach Murten. Auf dem Hinweg nach Lausanne sind wir schon einmal durch Murten unten am See entlang gekommen. Jetzt sind wird oben durch den Ort gefahren. In Murten war dann endlich eine Mittagspause angesagt. Weiter ging es nach Laupen, wo wir in einer Creperie leckere Crepes aßen. Gestärkt konnten wir die letzten 6 KM in Angriff nehmen. Es ging immer an der Sense entlang auf Berner Seite. Kurz vor Flamatt wechselten wir zum anderen Ufer auf Friburger Seite.
Das Hotel lag direkt neben einer Eisenbahnlinie unterhalb der Autobahn. Dank schallisolierter Fenster war das aber kein Problem. Nur für uns war ein Check-In ohne Personal nur auf Telefonansage. Da wir nicht wußten, wo wir die Räder unterstellen sollten, haben wir sie im Flur des Hotels abgestellt.L
6.Tag von Flamatt nach Thun
Tourdaten: Strecke 57 Kilometer in 4:21 Stunden
Das Frühstück im Hotel war o.k. und wir konnten gestärkt wieder aufbrechen. Zunächst ging es gemütlich an der Sense entlang, später fahren wir durch eine Landschaft, die jedem Filmemacher von Märchenfilmen als Kulisse hätte dienen können. Bis dahin rollten die Räder noch relativ locker durch die Gegend.
Etwas später ging es richtig zur Sache, d.h. gut bergauf. Wir konnten das mit Hilfe der Sportstufe gut bewältigen. Schließlich erreichten wir das Bütschelegg., wo wir unsere Beine und Akkus wieder aufladen konnten. Wir erwarteten hier die im Buch über die Herzroute angegebene Ladestation als Ladesäule mit mehreren Steckdosen. Dem war nicht so, es war eine Steckdose zum Aufladen, die per Kabel auf einer Mauer lag. In dem Restaurant konnten wir nicht nur unseren Durst löschen, sondern auch noch leckere Erdbeertörtchen essen. Faszinierend in der Wirtschaft war deren Personal. Alle waren stark pigmentiert, stammten offensichtlich aus Indien, Sri Lanka etc und sprachen perfektes Schwyzer Deutsch.
Auf dem weiteren Weg mußten wir unbedingt einen Stopp am Aebnit Hüsli machen. Das ist ein perfekter mini Selbstbedienungsladen mit Bänken, Tisch und Veleoparkplatz.
Gewaltige Ausblicke auf die Berner Alpen begeisterten uns fast die ganze Strecke. Langsam sahen wir. wie sich im Westen gewaltige Gewitterwolken zusammen zogen. Noch war es aber nicht bedrohlich. Kurz vor Thun rückte die Schlechtwetterfront immer näher. Wir schenkten und daraufhin den Schlenker über Amsoldingen und wählten die 6 KM kürzere Route über die Veloroute 4 nach Thun. Zwei Schlösser und eine Parkanlage am See haben wir durch die Kurztour verpaßt. Dafür sind wir aber rechtzeitig vor dem Gewitter in Thun angekommen.
Bei der Touristikinformation ließen wir uns ein Hotel vermitteln. Das Hotel Schwert war ein richtiger Glücksgriff.
Es lag mitten in der Altstadt. Das Zimmer war riesig und hob sich durch die Einrichtung definitiv von anderen Hotels ab. als erstes war wieder Waschen angesagt. Schließlich hatten wir zwei Übernachtungen in Thun eingeplant. Der zweite Teil des Tages in Thun galt den kulinarischen Genüssen und einem Stadtbummel.
7.Tag in Thun und Besuch der Aareschlucht
Das Gewitter ist weiter gezogen und es wurde zunehmend heißer. Nach dem Frühstück sind wir mit der Bahn zur Aareschlucht gefahren. Da wir die Räder nicht mehr im Gästebereich des Hotels stehen lassen konnten, brachten wir sie vor der Bahnfahrt zu einer bewachten Velostation am Bahnhof. Wir hatten Glück dort zwischen den vielen Rädern um 9:00 Uhr früh noch zwei Stellplätze zu bekommen.
8.Tag von Thun nach Langenau
Tourdaten: Strecke 74 Kilometer in 5 Stunden und 1600 Höhenmeter
Als erstes holten wir am Morgen unsere Räder aus der Velostation zum Hotel, um gleich nachdem Frühstück starten zu können. Das Frühstück war reichlich und wie schon am Vortag liebevoll zusammen gestellt. Die gekochten Eier waren mit einem Männer- und Frauengesicht verziert.
Los ging es dann erst einmal ziemlich ruhig. Aber schon bald bogen wir vom See ab und kurbelten unsere Räder auf über 1000 Höhenmeter. Wie geplant, pausierten wir im Gasthof Rothorn, um unsere Akkus und auch uns wieder aufzuladen. Wir hatten zwar die erste 1000er Marke erreicht – es war verhältnismäßig harmlos, aber an Ausruhen war nicht zu denken. Es ging ständig mehr oder weniger herauf und herunter. Es wurde zunehmend anstrengender. Zunächst hatten wir noch großartige Fernsicht auf die Berner Alpen und den Thuner See.
Irgendwann tauchten wir in Wälder und steile Wiesenlandschaften ein. Ca. 20 KM vor Ende der Tour, mußten wir unsere Akkus aufladen. Langsam zogen sich Wolken über uns zusammen und es fing an, sich abzukühlen. In der Ferne hörten wir schon Gewittergrummeln. Ein bißchen spannend war die Quartiersuche. Einige Lokalitäten im Zielgebiet (Signau / Langenau) waren ausgebucht, andere hatten Ruhetag. Wir hatten Glück in Langenau im Gasthof Hirschen noch ein Doppelzimmer zu ergattern. Wir sind dort nach dieser Tour ziemlich müde angekommen. Da wir unterwegs ausgiebig gegessen hatten, konnten wir nicht einmal mehr die prämierte Küche des Gasthofs testen.
Die spannende Quartiersuche an diesem Tag gab den Ausschlag, daß wir ab sofort bis Pfingstmontag unsere Zimmer vorgebucht haben. Also bis Rapperswil wissen wir, wo wir schlafen.
9.Tag von Langenau nach Burgdorf
Tourdaten: Strecke 46,7 Kilometer in 3,23 Stunden und 970 Höhenmeter
Dieser Tag steht unter dem Motto: Kälte, kräftige Aufstiege und Güllegestank. Schon gleich aus Langenau heraus erwartete uns der erste Buckel. Danach ging es moderat weiter und ab Signau kräftig bergauf. Nach 25 KM hatten unsere Akkus schon 3 von 5 Balken verbraucht, was ein untrügliches Zeichen für eine bergige Strecke ist. Im Rüthihubelbad hatten wir eine Pause eingeplant, die wir auch brauchten, um unsere Akkus wieder aufzuladen und uns aufzuwärmen.
schon unterwegs mußten wir zweimal einen Kleiderwechsel vornehmen, da es ziemlich Kalt war. Die Temperaturen sind von hochsommerlich um ca. 18 Grad auf 10 Grad gefallen. Ich will gar nicht darüber nachzudenken, wie kalt es auf 1000 m war. Schon die letzten 5 KM bis zur verdienten Pause fuhren wir dann auch noch im Regen.
Da es nach der Pause keine Anzeichen gab, daß der Regen aufhören würde, fuhren wir also bei leichtem Regen los, der dann auch noch mit der Zeit heftiger wurde. Völlig durchnäßt erreichten wir nach einer ewig langen Abfahrt mit mehreren heftigen Anstiegen Burgdorf.
Im Hotel in Burgdorf konnten wir unsere Räder gut unterbringen und dann unsere total verdreckten Taschen ins Zimmer bringen. Eine warme Dusche und ein leckeres Abendessen waren die Highlights des Tages. Die Tour nach Burgdorft hätten wir nicht ohne Sportgang und Aufladen der Akkus geschafft.
10.Tag von Burgdorf nach Willisau
Tourdaten: Strecke 62,5 Kilometer in 4:10 Stunden und 1050 Höhenmeter
Der Blick am Morgen aus dem Fenster war ziemlich trostlos – Nebel. Die Temperaturen fühlten sich auch nicht gerade sommerlich an. wir hatten somit die Möglichkeit weiter Kleidungstücke aus unserem Gepäck zu testen. Wir fuhren los, gerade so warm, daß wir nicht auf dem Rad fest froren. Bald ließen wir den schönen beschaulichen Radweg an der Emme hinter uns und es ging bergauf. Nach 10 KM hatte der Akkus bereits seinen ersten Balken eingebüßt, nach 22 KM den zweiten. Wir fuhren an einigen Panoramatafeln vorbei, die erahnen ließen, daß man auf der Strecke eine tolle Fernsicht haben könnte. Der Nebel löste sich leider aber erst gegen Mittag auf. Offensichtlich ist das Gebiet auch ein beliebtes Wandergebiet. Es gab auch viele schön gelegene Bänke, die bisher Mangelware waren. Aufgrund des Nebels konnten wir das alles nicht so genießen.
Die weitere Strecke führte durch eine grüne, viel sanftere Gegend als bisher. Es war eine ständiges auf und Ab aber nicht übermäßig steil. In Madiswil einer von Flyer eingerichteten Akkuwechselstation, wollten wir unsere Akkus aufladen. Leider wurde nur ein Akku aufgeladen, da irgendjemand beim zweiten Akku einfach den Stecker gezogen hatte. Norbert mußte deshalb ohne die Sicherheit unbegrenzt Power zu haben, weiter fahren. Aus Solidarität habe ich auch nur selten in den nächst höheren Gang geschaltet. Schließlich erreichten wir Willisau und kehrten in dem angesagtesten Cafe des Ortes ein. Wir lernten dort die Willisauer Kringli kennen. Wir wurden auch gleich eingeweiht, wie diese knochenharten Teile zu genießen sind – den Kringel auf die offene Hand legen und mit dem Ellenbogen des anderen Arms zertrümmern. Dann kann man die einzelnen Stücke genießen.
11.Tag von Willisau nach Zug
Tourdaten: Strecke 73,1 Kilometer in 4:47 Stunden und 890 Höhenmeter
Am Abend hatte es geregnet, aber morgens verzogen sich die Wolken. Diese Etappe war die erste, an der wir mehr herunter als herauf radelten. Nach Willisau ging es moderat berauf und bergab bis es schließlich am Sempacher See heftig bergab ging. Für alle Fälle hatten wir in Sempach unsere Akkus wieder aufgeladen, so daß wir mit voller Power für nächsten 37 KM in Angriff nehmen konnten.
Die zweite Hälfte der Etappe war teilweise recht mühsam. Wir mußten über schlecht befahrbare Naturpisten fahren. Kurz vor Zug (ca. 12 KM) kam dann der Härtetest. Wir mußten 20% Steigung auf schlechtem Untergrund bewältigen. Mit Mühe haben wir es geschafft.
Oben angekommen sind wir in eine echte schweizer Gartenwirtschaft gekommen. Wir hätten schon gerne früher eine Pause gemacht, aber Bänke gab es nicht und Norbert weigerte sich auf einer Wiese, wie er sich ausdrückte Güllewiese, zu pausieren. Endlich haben wir die Zivilisation wieder erreicht, waren aber überrascht, wie lange sich 4 KM ziehen können.
Hotel gefunden, geduscht, Stadtbummel gemacht und lecker gegessen.. Der Abend war dann recht kurz, da wir ziemlich kaputt in die Betten fielen.
12.Tag von Zug nach Einsiedeln
Tourdaten: Strecke 41,4 Kilometer in 3:15 Stunden und 1110 Höhenmeter
Der Star am Morgen war entspannt. Es ging 2 KM durch Zug zum See und durch die Altstadt zum Einstieg in die Veloroute 99. Ab da ging es dann richtig heftig zur Sache.. Schon nach 6 KM war ein Balken auf dem Display verschwunden. Überwiegend konnten wit den Aufstieg mit der 2. Stufe (von 4 Stufen) Tour bewältigen, aber auch nur, weil wir am Anfang einer Tour waren.
Oben auf dem Kistenpass angekommen, fing es an zu nieseln. Wir verließen hier die mit Komoot geplante Strecke und folgten der Ausschilderung der Veloroute 99 durch den Wald. Es ging weitgehend moderat weiter. Erst hinter dem Ägerisee stieg es wieder heftig an. Der Regen wurde auch stärker, aber es gab einen Lichtblick – die Bergwirtschaft Kistenpass. Vor uns lagen noch ca. 22 KM und wir wollten den regen abwarten. Daher kehrten wir ein, luden unsere Akkus auf und aßen eine Kleinigkeit. Der Regen hörte bald auf und wir starteten bei angenehmen Klima zu unserer Schlußetappe auf.
Ca. 10 KM vor Einsiedeln waren unsere Räder und wir nochmals richtig gefordert. Wir mußten einen ziemlich steilen und relativ langen Abschnitt bewältigen. Schließlich oben angekommen, konnten wir schon aus der Ferne einen Blick auf das Kloster von Einsiedeln werfen. Jetzt rollte es nur noch bergab. Die Bremsen waren für diese steile Abfahrt sehr gefordert.
In Einsiedeln angekommen, staunten wir, wie viele Menschen es zum Kloster zog. Des Rätsels Lösung war eine Portugiesische Walfahrt mit mehr als 6000 Teilnehmen.
13.Tag von Einsiedeln nach Rapperswil
Tourdaten: Strecke 27,2 Kilometer in 1:25 Stunden und 240 Höhenmeter
Den Traum durch das mediteran anmutende Rapperswil zubummeln hatten wir am Morgen aufgegeben. Die Frage war nur, auf welcher Route wir die vorhergesagte Wetterlage einigermaßen trocken bis Rapperswil überstehen werden. Wir haben uns dann entschlossen, auf der Veloroute 9 zu fahren. Um nicht aus der Übung zu kommen, mußten wir auf der Strecke auch einen Buckel überwinden. Der allerdings hatte es auch in sich. Ein Schild warnte uns rechtzeitig eine Steigung von 20% zu erklimmen. Wie gut, daß die Akkus bisher geschont wurden. Jetzt waren Muskelkraft und das Sportprogramm gefragt.
Der anfängliche Sonnenschein, der uns in Einsiedeln noch hoffen ließ, war schon längst einem grauen Himmel gewichen. Alls war grau, der Himmel, der See und die Berge. als wir dann in die Wolken abtauchten, war es auch noch naß. In Einsiedeln angekommen, hatten wir Glück, daß wir unser Hotelzimmer gleich beziehen konnten. Wir machten zwei Spaziergänge durch das nette Städtchen und träumten davon, wie schön es bei Sonnenschein hier sein müßte.
14.Tag von Rapperswil nach Wattwil
Tourdaten: Strecke 60 Kilometer in 3:54 Stunden und 1100 Höhenmeter
In der Nacht hatte es so geregnet und gewittert, daß wir uns ein Weiterfahren am nächsten Tag nur schwer vorstellen konnten. Morgens um 6:00 Uhr allerdings war keine einzige Wolke mehr am Himmel zu sehen. Leider zog es sich um 8:00 Uhr wieder zu und es war saukalt. Die Temperaturen bewegten sich um 10 Grad. Die Sonnenbrillen konnten wir getrost in den Taschen lassen, dafür wurde alles ,was warm hält, angezogen. Nach 37 KM mit vielen steilen Stücken, hatten wir unsere Pausenstation erreicht. Unsere Akkus hatten bis dahin schon 3,5 von 5 Balken abgearbeitet. Immer mal wieder öffnete sich uns der Blick auf den unter uns liegenden Zürichsee. Leider konnten wir wegen der dichten Bewölkerung nicht die dahinter liegenden Alpen sehen.
Wir hatten Glück, unser Ziel Lichtensteig (Wattwil) ohne Regen zu erreichen. Es war nut ziemlich kalt, was das Vergnügen doch erheblich schmälerte. Für diese Nacht hatten wir ein B&B Zimmer gebucht, da die Bettenauswahl in dieser Gegend mehr als dürftig war. Da die Vermieterin erst abends da war, hatte sie uns rechtzeitig ein Mail geschrieben, wie wir schon ohne sie die Zimmer beziehen konnten. Das nahmen wir aufgrund der Temperaturen auch dankend an. Wir füllten dann im Ort unsere Vespervorräte auf und konnten gemütlich in unserem warmen Zimmer essen.
15.Tag von Lichtensteig (Wattwil) nach Herisau
Tourdaten: Strecke 52,3 Kilometer in 3:21 Stunden und 1060 Höhenmeter
In der Nacht hatte es unglaublich viel geregnet und auch der Morgen war alles andere als trocken. Wir hatten das Frühstück zwar für 8:00 Uhr eingeplant, konnten uns aber viel Zeit lassen, da nicht vor 10:00 Uhr mit einer Regenpause zu rechnen war. Tatsächlich ließ der Regen um 10:00 Uhr nach und wir beschlossen, uns in das Naß zu wagen. Zum ersten Mal kamen nun auch die Beinlinge zum Einsatz, da die Temperaturen nur noch bei ca. 9 Grad lagen. Leider war es unterwegs doch immer noch wieder regnerisch. Die Landschaft, durch die wir fuhren ist bestimmt sehr schön, nur leider war unsere Sicht bis auf wenige Ausnahmen doch ziemlich eingeschränkt.
Wie schon in den letzen Tagen hatten wir nach ca. 25 KM schon zwei Balken unseres Akkus verbraucht, was einiges über unsere Berg- und Talfahrt aussagt. Wie geplant kehrten wir im Gasthof Zum Rössle ein, um die Akkus aufzuladen und uns wieder etwas aufzuwärmen. Nach der Pause hatte es endlich aufgehört zu regnen. Etwas später kamen dann wieder die Sonne hervor und ließ sich ab und zu etwas sehen. Es ging noch etwas hoch, danach aber in leichtem Auf und Ab sehr angenehm weiter und wir hatten wieder schöne Aussichten.
Später kamen dann wieder die bissigen Zacken im Höhenprofil die einen wieder etwas mehr forderten. Es waren nicht nur die Muskeln sondern auch die Maschine gefragt. Schließlich erreichten wir Herisau und fanden recht schnell unser Hotel. Wir brachten die Räder unter und luden sofort unsere Akkus für morgen wieder auf. Ebenfalls war heute wieder Waschtag und nach einer ausgiebigen Dusche gingen wir im Hotelrestaurant zu Abend essen. Zu unserem Glück fehlte jetzt nur noch ein Fernseher da wir das Fußballspiel Deutschland gegen Spanien sehen wollten. Man hat leider nicht immer Glück und so mußte die deutsche Frauennationalmannschaft ohne unseren Support auskommen.
16.Tag von Herisau nach Altstetten
Tourdaten: Strecke 47,5 Kilometer in 3 Stunden und 890 Höhenmeter
Nach einer durch Baustellen und fehlender Ausschilderung bedingten Irrfahrt fanden wir endlich aus Herisau heraus. Das nervte schon etwas, weil es im stark frequentiertem Verkehr herauf und herunter ging. Nachdem wir auch die Randgebiete von St.Gallen hinter uns gelassen hatten, ging es recht schön weiter. Nach einiger Zeit mußten wir aber wieder kräftig in die Pedale treten. Es ging vorbei an einer Schaukäserei auf fast 1000 m hoch. Jetzt war uns auf jeden Fall warm.
Nach einer langen Abfahrt erreichten wir Appenzell und konnten dort Energie für Mensch und Maschine tanken, um dann auch den letzten großen Buckel vor Altstetten zu schaffen.
Aus Altstetten heraus ging es zunächst nur leicht bergauf durch eine weitläufige Ebene, die von Bergen eingerahmt war. Das war einmal ein ganz anderer Landschaftsabschnitt. Bald wurde es wieder steiler und wir kurbelten unsere Räder wieder auf 900 m hoch. Dann kam der unangenehme Teil der Etappe. Es ging die nächsten 7 KM in einem Stück 440 m wieder hinunter, zum Glück überwiegend auf geteerten Strassen. Besonders die Schotterstücke machen nicht wirklich Spaß auch wenn es nur bergab geht. Sigrids Rad fing langsam an unangenehme Geräusche zu machen, da ihre Bremsen schon ziemlich heruntergefahren waren. Auf jeden Fall kamen wir wohlbehalten und guter Stimmung in Altstetten an bezogen unser Quartier.
17.Tag von Altstetten nach Arbon
Tourdaten: Strecke 45,4 Kilometer in 3 Stunden und 1060 Höhenmeter
Endlich war das Wetter einmal so, daß wir von Anfang an in einem sommerlichen Outfit fahren konnten, was für Juni ja eigentlich normal sein sollte. Unser erstes Zwischenziel war St.Anton. Es ging nun stetig aber gut fahrbar die nächsten 12 KM bergauf. Wir konnten die gesamte Strecke mit Tour (2.Stufe) fahren. Auf der Strecke wurden wir immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt. Nach 70 Minuten und zwei Balken der Akkus hatten wir es geschafft. Auf 1100 m konnten wir uns ausruhen und unsere Akkus wieder voll laden.
Vormittags hatten wir noch eine gute Sicht. Auf der einen Seite sahen wir den Bodensee, auf der anderen Seite unten im Tal Altstetten. Im Hintergrund sah man ein herrliches Alpenpanorama mit dem Berg Säntis. Vor der Abfahrt die ca. 50 Minuten dauern würde, mußten wir uns erst einmal etwas gegen den Wind anziehen. Wie erwartet zog sich die abfahrt doch ziemlich hin, fuhr sich aber doch ganz angenehm. Zwischendurch gab es immer einmal wieder flache oder etwas ansteigende Stellen, was ganz angenehm war. Damit man aber nicht aus der Übung kam, führte die Route noch über den Rohrschacher Berg. Schließlich erreichten wir den Bodensee und fuhren auf der Veloroute 2 nach Arbon.
Im Hotel Roemerhof konnten wir schon mittags unsere Zimmer beziehen. Das Hotel sah wie eine alte Burg aus. Nach einem Essen in einem Restaurant war uns heute nicht schon wieder. Also deckten wir uns im nächsten Migros mit Essen ein und machten eine Zimmervesper in einem speziellen Qutfit.
18.Tag von Arbon nach Oberstammheim
Tourdaten: Strecke 69,8 Kilometer in 4:03 Stunden und 630 Höhenmeter
Für die heutige Tour hatten wir uns entschieden nicht am Bodensee und am Rhein weiter zu fahren, sondern auf der Veloroute 82 (Seerückenroute). Anfangs war es noch sonnig, später zog es sich zu und leider fuhren wir die ganze weitere Strecke gegen einen heftigen Westwind an. Zunächst fuhren wir immer wieder an riesigen Obstbaumplantagen vorbei, später fuhren wir durch den Wald und dann an Wiesen vorbei. Das Auf und Ab nahm im Laufe des Tages zu. Am Ende waren wir froh, nicht bis nach Dissenhofen gefahren zu sein, was wir erst geplant hatten. Aber ständig gegen einen heftigen Wind anzufahren kostet ähnlich viel Kraft wie bergauf zu fahren und macht überhaupt keinen Spaß. Endlich sahen wir unser Quartier in der Ferne – Schloß Schwanegg.
Unser Quartier war der absolute Hit, ein altes Schloß, was eine Jugendherberge und jetzt ein Hotel war. Die Zimmer hatten alle Namen und waren nach irgendwelchen alten Rittern benannt. Wir wohnten im Zimmer Schnurrenberger, wer auch immer es früher war. Unser Schlafgemach war im 2.Stock, eine Etage tiefer hatten wir ein kleines eigenes WC und eine kleine eigene Dusche, immer mit dem Namen Schnurrenberger gekennzeichnet. In der Dusche waren wir froh, daß wir bei Zeiten abgenommen haben, da die Kabine doch ziemlich eng war. Die alten Ritter mußten wohl etwas zierlicher gewesen sein.
Das ganze Hotel hatte aber eine super Atmosphäre mit einem großen Restaurant und eigener Terrasse, auf der man wie ein Burgherr über sein Land schauen konnte. Man kann das Hotel auf jeden Fall empfehlen. In der Nacht zogen die angekündigten Gewitter über uns hinweg, es goss in Kübeln.
19.Tag von Oberstammheim nach Bad Zurzach
Tourdaten: Strecke 61,8 Kilometer in 3:09 Stunden und 420 Höhenmeter
20.Tag von Bad Zurzach nach Wehr
Tourdaten: Strecke 45,9 Kilometer in 2:24 Stunden und 320 Höhenmeter








































































































































