Von Wehr nach Berlin

Tourdaten: 21 Radfahrtage    1.252 KM      85 Stunden      

Berlin Tour 3. Anlauf von Wehr nach Berlin

Inhaltsverzeichnis

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1. Tag von Wehr nach Trasadingen

Das war 2015 unser dritter Anlauf von zu Hause nach Berlin zu fahren. Wir machten unsere Pause an einem schönen schattigen Platz in Laufenburg direkt am Wasser. Ab Waldshut war Schluß mit Schatten. Die nächste Picknickpause hatten wir auf den Stufen einer Schreinerei gemacht, weil die Stufen den einzigen Schatten boten. Ca. 10 KM weiter machten wir auf unserer Decke unter einem Baum eine weitere Pause. Am Ende unserer Etappe übernachteten wir im Hotel Fasstastisch. Die Übernachtung fand in einem Fass statt, es war absolut urig.

 

Tourdaten: 66,28 KM      4,07 Stunden      

2. Tag von Trasadingen nach Singen

Auf der Veloroute 751 nach Schaffhausen fuhren wir auf einer schönen Strecke durch viele, kleine, alte Weindörfchen. Nach Beringen laufen die beiden Velorouten 751 und 77 zusammen und da kannten wir ein schönes schattiges Plätzchen für eine Pause. Es war zwar an einer Großbaustelle, aber sonst war weit und breit kein schattiger Platz zu finden. 

Nach einem kurzen Umweg bei Neuenburg am Rheinfall und nicht zum ersten Mal an dieser Stelle, ging es weiter auf der Veloroute 2 Richtung Osten. Da die Strecke direkt am Rhein entlang ging, fuhr es sich bei 30 Grad trotzdem ganz angenehm. In Büsingen verließen wir den Rhein und fuhren über mehrere Buckel nach Gottmadingen und schließlich nach Singen. Kurz vor dem Ziel gönnten wir uns noch eine Pause auf einer schattigen Friedhofsbank. Das Hotel Viktoria war dann aber bald erreicht und konnte auch sofort bezogen werden. Nach einer ausgiebigen Dusche war erst einmal Waschtag angesagt. Danach machten wir einen Spaziergang durch die Stadt. Fazit: Singen muss man nicht unbedingt gesehen haben.

Tourdaten: 44,88 KM      3,24 Stunden      

3. Tag von Singen nach Mengen an der Donau

In unserem Bemühen Oberschwaben ohne extreme Steigungen zu erreichen, fuhren wir diverse kleinere lokale Radwege Richtung Meßkirch. Eine Weile lief es super mit unserer Karte.Wir fanden auch noch einen malerischen Picknickplatz, wo wir unsere, rechtzeitig in der Zivilisation gekauften Brötchen, essen konnten. Nach den diversen Aufstiegen war es einfach super, sich auf die tolle Picknickdecke unter einen Schatten spendenden Apfelbaum zu legen. 

Leider war das dann auch der Punkt, wo wir unsere Orientierung verloren haben. Jetzt einfach weiter zu fahren wäre mit sinnlosen Höhenmetern bestraft worden. Norbert hatte die geniale Idee, unseren Standort mit Google Maps bestimmen zu lassen. Dann haben wir die Technik auch gleich total ausgekostet und haben uns von “Frau Google” per Kopfhörer und Sprachausgabe führen lassen. Es klappte super, aber ohne Navi hätten wir uns nie getraut, diese Strecke zu fahren, da sie doch ziemlich abenteuerlich war. 

Endlich hatten wir Meßkirch erreicht und haben uns erst einmal mit Joghurt, Quark und Bananen gestärkt. Norbert hatte von Würstchen geträumt, erzählte mir das allerdings erst, als wir weiterfuhren. Bis Mengen waren dann nur noch 22 KM. Die können allerdings ziemlich lang werden, wenn man nach vorangegangenen Aufstiegen schon k.o. war und sich die Temperaturen jenseits der 30 Grad bewegten.

In Mengen angekommen, konnten wir nach einem Telefonat mit dem Küchenchef (die Rezeption war nämlich verwaist) unser Zimmer beziehen. Leider war es dort durch den Straßenverkehr sehr laut. Die Steigerung allerdings war der nächste Morgen, als um 4:15 Uhr eine Umleitung und ein Wochenmarkt vor unserem Fenster aufgebaut wurden. 

Tourdaten: 72,51 KM      5,27 Stunden      

4.Tag von Mengen nach Ehingen

Wir brachen morgens auf und dachten, dass es wieder weitgehend nur noch bergab gehen würde. Die stärkste Steigung auf dem Donauradweg hatten wir aber noch vor uns. Zunächst ging der Weg wirklich schön durch die Donauwiesen und teilweise auch direkt an der Donau entlang. 

Da war dann auch die berüchtigte Kurve mit dem Schild 20%, was wir schon vor zwei Jahren bei unserem ersten Versuch nach Berlin zu fahren, gesehen hatten. Wir wussten noch von früher, dass jetzt kein Fahren mehr möglich war und wir die Räder schieben mussten. Oben angekommen konnten wir gleich zu einer extra für erschöpfte Radfahrer Trinkstation unserer Flaschen auffüllen. Das sollte aber nicht die letzte Steigung für heute sein, es war jedenfalls die steilste.

Das letzte Stück durch das Donauried zog sich ziemlich hin während die Sonne erbarmungslos vom Himmel brannte. Mit nur einer kleinen Schleife in Ehingen fanden wir dann auch unser richtig tolles Hotel Schwanen. Die Zimmer konnten wir zwar nicht gleich beziehen, uns aber im Biergarten wenigsten vor dem Verdursten retten. Abends testeten wir dann die Biere der Haus eigenen Brauerei.

Tourdaten: 59,61 KM      3,41 Stunden      

5.Tag von Ehingen nach Ulm - Günzburg

Nachts zog ein heftiges Gewitter über uns durch, es blitzte und donnerte wie wild. Am Morgen war dann zum Glück der Spuk vorbei. Wie üblich sind wir kurz vor 6:00 Uhr aufgestanden, haben unsere sieben Sachen gepackt und wollten um 7:00 Uhr zum Frühstück. Schade, Sonntags gibt es erst um 8:00 Uhr Frühstück. also mussten wir uns eine Stunde lang die Zeit vertreiben und stellten unsere gepackten Räder in den Konferenzraum des Hotels. Somit konnten wir ohne Verzögerung nach dem Frühstück aufbrechen. 

Der Wetterbericht hatte weitere Gewitter angesagt und wir waren uns nicht sicher, ob uns die Gewitter nicht doch noch einholen würden. Dem war aber zum Glück nicht so. Im Gegenteil, es wurde von Minute zu Minute heißer und auch die letzten Wolken verzogen sich.

In Ulm machten wir einen kurzen Zwischenstopp und fuhren dann bis nach Günzburg.

Tourdaten: 62,25 KM      3,56 Stunden      

6.Tag von Günzburg nach Donauwörth

Es hatte die ganze Nacht über geregnet. Für unsere Tour hatten wir am Abend vorher schon eine Unterkunft in Donauwörth gebucht, ohne die Möglichkeit der kostenlosen Stornierung. Da wir bisher aber immer unsere Etappenziele mühelos erreicht hatten, war es auch nicht riskant. 

Als wir los fuhren, hatten wir zunächst auch keine Eile, da wir eine Regenlücke abpassen wollten. Die Temperaturen waren dramatisch gefallen. Ohne Weste und lange Ärmel konnten wir nicht fahren. Nach einiger Zeit mussten wir noch die Kapuze überziehen, da der kalte Wind in den Ohren unangenehm war. In Dillingen haben wir eine Pause gemacht und uns über den schönen warmen Gastraum gefreut. Nach einer guten Stunde ging es wieder in die Kälte. Es war zu dem auch noch neblig und feucht. 

Die ganze Strecke nach Donauwörth hatte nicht mit Genussradeln zu tun, es war ein reines Abmetern, um vor dem angesagten Regen im Quartier zu sein. Schließlich haben wir die Stadt trocken erreicht, sind durch die Innenstadt gelaufen und unten an der Donau in unserem Hotel gelandet. Das Zimmer oder besser gesagt die Ferienwohnung war riesig, aber leider recht dunkel. Der Vermieter schwärmte beim Empfang noch von seinem tollen Internet, was leider bei uns im Nebenhaus nicht so funktionierte. Dafür war die Dusche dieses Mal Spitze, man konnte sich im Gegensatz zu Singen darin wirklich bewegen. Als wir aus der Dusche kamen, hörten wir den Regen aufs Dach pladdern. Zum Glück konnten wir im Hotel zu Abend essen.

Tourdaten: 64,39 KM      4,15 Stunden      

7.Tag von Donauwörth nach Ingolstadt

Der Regen hatte zwar aufgehört, aber leider ist es noch kälter geworden. Wir sind schon mit wärmeren Sachen als am Tag zuvor losgefahren, mussten aber nach kurzer Fahrt die Westen sogar gegen Jacken tauschen. Bei 11 Grad sind wir gestartet und bei 14 Grad angekommen, was nicht gerade eine Genuss war. Zwei Tage zuvor haben wir noch jeden Schatten, der sich bot, dankend angenommen, heute hätten wir einiges gegeben, wenn die Sonne uns etwas gewärmt hätte. 

Vor allem der erste Teil der Strecke bis Neuburg an der Donau sorgten einige heftige, lange Steigungen dafür, dass wir nicht erfroren. In Neuburg freuten wir uns auf eine ausgiebige Pause in der Altstadt in einer warmen Gaststätte. Wir sind vorher topfit auf Kopfsteinpflaster in die Altstadt hoch geradelt, mussten aber wieder umkehren, da die einzige Wirtschaft weit und breit rappel voll mit diversen Reisegruppen war. Am Fuße der Burg fanden wir dann doch noch ein richtig bequemes Restaurant, wo wir uns mit warmen Säften erst einmal wieder aufwärmen konnten. 

Nach der Mittagspause hatten wir keine nennenswerten Steigungen mehr zu fahren, mussten aber ständig gegen den unangenehmen Nordwind anfahren. Schließlich hatten wir unser Ziel bzw. Hotel erreicht, das wir in Neuburg gebucht hatten. Es liegt in der Innenstadt direkt am Radweg. In diesem Hotel lernten wir eine ganz neu Art von Dusche kennen. In dem alten Gebäude wurde ins Zimmer einfach eine komplette Kunststoffnasszelle gestellt. Es war schon etwas gewöhnungsbedürftig.

8.Tag von Ingolstadt nach Kehlheim

Das Wetter ist wieder etwas wärmer geworden, aber leider nur etwas. Ärmlinge und Mütze kamen wieder zum Einsatz. In Voburg war die erste Pause angesagt. Dort fiel uns gleich ein Sportgeschäft ins Auge, wo wir uns erst einmal mit wärmeren Shirts eindeckten. Die wärmeren Sachen kauften wir, da wir die Wettervorhersage für die Region an der Naab gesehen hatten. Uns war klar, dass es wieder unangenehm kalt werden könnte. 

Nach Voburg ging es überwiegend an der Donau entlang. Leider waren asphaltierte Wege nur die Ausnahme und wir wurden durchgerüttelt und geschüttelt. So ging es bis zur Anlegestelle bei Kloster Weltenburg. Dort hatten wir Glück, dass wir das Schiff noch erreichten, da es schon kurz vor dem Ablegen war. Die Fahrt durch den Donaudurchbruch war wieder eine sehr schöner Teil unserer Radtour. 

In Kehlheim entschieden wir uns zu bleiben, da uns die 40 KM bis nach Regenburg doch zu lang waren, man muss es ja nicht übertreiben. Ausserdem war es auf dieser Strecke problematisch, ein Quartier zu bekommen.

Tourdaten: 51,85 KM      3,27 Stunden      

9.Tag von Kehlheim nach Regensburg

Heute brauchten wir nur noch 40 KM bis nach Regenburg zu fahren. Die Fahrt verlief völlig entspannt an der Donau entlang. Meistens fuhren wir auf Schotterwegen, die aber nicht so schlimm, wie am Vortag waren. Gegen 11:00 Uhr waren wir schon in Regensburg und steuerten als erstes die berühmte Steinbrücke an. Schade – seit 2012 wird die Brücke total neu saniert und wir konnten uns nur ein Bild der Brücke ansehen. Das gleiche Erlebnis hatten wir vor einigen Jahren in Neuschwanstein. Was soll man machen, so ist es halt. Als nächstes suchten wir einen tollen Karten- und Buchladen auf. Dort bekamen wir endlich die Radwander-Karte vom Naabtalradweg. 

Danach steuerten wir unser Hotel am Bahnhof an, konnten aber das Zimmer noch nicht beziehen, aber wenigsten die Räder unterbringen. Die nächsten zwei Stunden erkundeten wir die Altstadt und konnten dann endlich einchecken. Großwaschtag und danach wieder ab in die Altstadt.

Tourdaten: 40,64 KM      2,33 Stunden      

10.Tag Regensburg - Radfreier Tag

Das Frühstück im Hotel war uns zu teuer. Wir suchten eine alternative und fanden eine Lokalität, die ein großes Plakat an der Häuserwand hatte und für ihr Frühstück warb. Je näher wir kamen,. desto suspekter wurde es. Der Wirt erklärte uns dann, dass es heute kein Frühstück gibt, weil er vergessen hatte, Wurst und Käse zu kaufen. Wenn ich ehrlich bin, wollten wir dort auch bestimmt nicht frühstücken. Also sind wir hungrig zur Walhaller gefahren.

Wir dachten, dass man dort bestimmt in einem kleinen Cafe frühstücken könnte. Der Ort bei der Walhaller war so nichts sagend, dass wir uns unser Frühstück abschminken konnten. Wir besichtigten nur die Walhaller, was wirklich sehenswert war und fuhren dann wieder mit dem Bus zurück nach Regensburg. Da wir immer noch hungrig waren, ließen wir uns auf das Abenteuer “Bayrisches Frühstück” ein. Es bestand aus Brezeln, Weißwürsten und Weißbier. Da es inzwischen schon kurz vor 12 Uhr war, konnte man das wagen. Morgens um 7:00 Uhr hätte ich das nicht gekonnt.

11.Tag von Regensburg nach Schwarzenfeld

Da wir wieder zu geizig waren 13,00 Euro für ein Frühstück auszugeben, sind wir hungrig um 7:00 Uhr gestartet. Der Plan war, nach ca. 5 KM in einem Ort an der Naabmündung zu frühstücken. Das klappte schon mal nicht und auch die nächsten 13 KM gab es kein Frühstück und nicht einmal die Möglichkeit, etwas einzukaufen. 

Dafür fuhren wir durch unberührte Natur, was ja auch ganz schön sein kann. Bis Kallmünz war das auf jeden Fall, eine der schönsten Etappen. Aber zurück zum Frühstück. Nachdem uns unsere knurrenden Mägen immer weiter trieben, landeten wir schließlich auf einem Campingplatz, auf dem Frühstück angeboten wurde. Wir ließen es uns jetzt erst einmal richtig schmecken.

 

Nach Kallmütz entschieden wir uns, die Hauptroute für ein Weilchen zu verlassen, da in einem Radführer stand, dass dort kurze An- und Abstiege zu fahren seien. Der straßenbegleitende Radweg an der örtlichen Naabseite war aber eine gute Alternative.

In Schwandorf hatten wir uns gerade zu einem zweiten Frühstück eingelassen, als Wind aufkam und Wolken aufzogen. Bis zu unserem gebuchten Hotel waren es noch ca. 10 KM. Wir sputeten uns, damit wir nicht vom vorhergesagten Gewitter noch eingeholt wurden und wie die begossenen Pudel im Hotel ankamen. 

Unser Zimmer war im Nebenhaus. Von außen sah das Hotel ja noch ganz gut aus, aber drinnen war es schon stark in die Jahre gekommen. Im Badezimmer gab es nur eine Badewanne mit abgestoßenen Rändern und ohne Duschvorhang. auch die Handtücher waren nicht das Wahre, da sie ziemlich klein waren. Da es aber wieder nur für eine Nacht war, konnte man das alle wegstecken. Da es morgen wieder heiß werden sollte, machten wir an der Rezeption Frühstück um 7:30 Uhr ab. Unser Abendprogramm bestand aus Fernsehen. Wir schauten ein Fußball-Länderspiel auf einer kleinen Briefmarke.

Tourdaten: 68,23 KM      3,53 Stunden      

12.Tag von Schwarzenfeld nach Windisch-Eschenbach

Um 7:15 Uhr waren unsere Taschen gepackt und wir waren soweit zur Abreise bereit. Noch schnell frühstücken und dann los. Das war leider nicht so einfach wie es sich anhört. Als wir unsere Räder, die im Haupthaus untergebracht waren holen wollten, waren alle Türen verschlossen und kein Mensch war erreichbar, weder per Türklingel noch per Telefon. Leicht verstimmt gingen wir gegenüber in die Bäckerei und würgten uns ein Brötchen und einen Kaffee herunter. 

Endlich um 8:00 Uhr konnten wir unsere Räder befreien. Schnell noch in einem total verqualmten Gastraum bezahlt und die Erklärung der Wirtin angehört, dass sie leider verschlafen hatte. Vorher hatte uns die Bäckersfrau schon verraten, dass das Standard sei.

Die Strecke, die wir fuhren, hatte leider nicht sie Schönheit wie am Tag zuvor. Häufig mussten wir neben der Autobahn fahren oder mussten sie kreuzen. Es ging auch ständig berauf und bergab. In Weiden setzten wir uns in eine Restaurant am Marktplatz und diskutierten die weitere Strecke. Gebucht hatten wir ein Hotel in Neustadt, was wir aber wieder stornierten, da wir weiter bis nach Windisch-Eschenbach radeln wollten. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir allerdings noch nicht, was uns in den nächsten 15 KM zukommen sollte. 

Jetzt war Schluss mit weitgehend flach und der Oberpfälzer Wald zeigt, dass er zu den deutschen Mittelgebirgen zählt. Unterwegs trafen wir ein älteres Ehepaar, mit dem wir Radrouten austauschten. Der Mann erzählte, dass er die Strecke nur fährt, wenn er alle 30 KM ein Bier bekommt. als eine Bierradtour wollten wir unsere Radreise dann doch nicht fortsetzen auch wenn das Zoiglbier unheimlich gut schmeckt.

Nach heftigem herauf und herunter erreichten wir endlich Windisch-Eschenbach und wären fast mit vollem Schwung bergab an dem Hotel vorbei geschossen. Wie gut, dass wir auf der Bergspitze noch einmal angehalten haben, um zu schauen, wie unser Hotel eigentlich heißt und siehe da, wir standen direkt davor. Wären wir am Hotel vorbei den Berg hinunter gefahren, hätten wir wieder eine 12% Steigung beim Zurückfahren gehabt. Das braucht man wirklich nicht.

Das Hotel war die volle Entschädigung für die Nacht davor. Großes Zimmer, Balkon (man konnte dort prima die Wäsche trocknen), große Handtücher, funktionierende Dusche. Am Abend haben wir dann ausgiebig das Zoiglbier getestet.

Faszinierend an dem Hotel aber war das Frühstücksbuffet, was wir am Morgen dann auch ausgiebig nutzen.

Tourdaten: 67,05 KM      4,35 Stunden      

13.Tag von Windisch-Eschenbach nach Konnersreuth

Nachdem wir das tolle Frühstück genossen hatten, ging es wieder auf die Piste. So gestärkt, konnten wir dann auch gleich wieder den ersten Anstieg in Angriff nehmen. Der war ziemlich heftig, aber vom Vortag wussten wir, was auf uns zukommen würde. wir verliessen die asphaltierte Strasse und fuhren waldnah abwärts. Irgendwie konnten wir die Abfahrt nicht so richtig geniessen, da wir hinter jeder Kurve eine weitere Steigung vermuteten. Zum Glück dauertes es noch eine Weile bis zur nächsten Steigung und wir fuhren auf malerischen Waldwegen dahin.

Aber , wie nicht anders zu erwarten, gin g es dann wieder steil nach oben. Zwei Mal haben wir uns für das Schieben der Räder entschieden. Es wurde jetzt sehr steil, Radfahren war nicht mehr möglich und auch das Schieben der Räder mit voll gepackten Satteltaschen, eine echte Herausforderung. Im Bereich der Tirschenreuther Seenlandschaft ging es wieder flach an Seen und Sumpflöchern vorbei. Die Temperaturen hatten deutlich abgekühlt, waren aber anfangs noch ganz angenehm. Irgendwann war es dann so kühl, dass auch die bergauf Fahrten den Körper nicht mehr warm halten konnten und eine Kleiderpause angesagt war. Leider konnten wir uns auch nirgendwo aufwärmen. Selten sind wir durch eine so unbelebte Gegend gefahren wie hier. Hier gab es nur viel Natur. 

Im Gasthof/Hotel “Weisses Ross” sind wir gelandet und dort nett empfangen worden. Beim Essen im Gasthaus hat uns die Bedienung so einiges über die Region erzählt.

Tourdaten: 38,67 KM      3,06 Stunden      

14.Tag von Konnersreuth nach Bad Elster

Der Morgen begann eisig kalt. Die Temperaturen bewegten sich im einstelligen Bereich, laut Wetterbericht um 8 Grad und das im Juni. Damit kamen unsere neu gekauften Shirts zum Einsatz. Mit nur einem kleinen Umweg erreichten wir die Tschechische Grenze. Bergab war es ziemlich frisch, aber die Aufstiege heizten uns gehörig ein. Kurz vor der Grenze sprach uns eine Frau an und gab uns Tipps für die Weiterfahrt. Das hieß zwar einen kleinen Umweg über Cheb zu fahren, versprach aber kaum Steigungen und viele Bänke zum Ausruhen. 

Es ging auch relativ harmlos los, bis wir an eine größere Kreuzung kamen. Weit und breit war niemand zu sehen, den Weg wussten wir auch nicht . Also war guter Rat teuer. Schließlich fragten wir in einem Spielcasino auf der anderen Straßenseite nach dem Weg. Eine Angestellte sagte uns, dass sie mit Englisch und etwas Deutsch aushelfen könnte. Nach ca. 500 Worten in den unterschiedlichsten Sprachen schickte sie uns zu einem Autobahnzubringer. Nach langem Suchen glaubten wir den Abzweig zu einem Radweg gefunden zu haben. Als wir dann unter der Autobahn in einer Sackgasse ankamen, war wieder schieben angesagt, um den richtigen Weg zu finden. 

Wir fuhren nun direkt neben der Autobahn und mussten auf einer Brücke eine Staustufe überqueren. Klingt eigentlich nicht besonders, wenn man noch nie über eine tschechische Brücke gefahren ist. So etwas hatten wir vorher noch nicht gesehen. Die Brücke bestand aus Bohlen, die leider nicht immer aneinander gelegt waren. Die Abstände waren teilweise ziemlich groß. Aber egal, uns blieb nicht anderes übrig, als über diese Brücke zu fahren, denn die Autobahn war keine Alternative.

Weiter ging es auf noch fahrbaren aber schlechten Waldwegen und miserablen Strassen. Das war aber alles nur der Vorgeschmack auf das, was jetzt kommen sollte. Bis Liba ging es durch den Wald, natürlich bergauf und bergab. In diesem Wald lauerten unzählige Mückenkolonien auf Frischfleisch. Auch der Weg wurde mittlerweile so schlecht, dass wir nur sehr langsam weiter kamen. Man will es ja den Mücken auch nicht unnötig schwer machen. Zeitweise fragten wir uns, ob wir vielleicht in einem ausgedienten Gleisbett fahren. Wir schwitzten Blut und Wasser, ob unsere Reifen diesen Belastungen gewachsen sein würden. Beim bergauf Schieben, an Fahren war oft nicht einmal zu denken, rutschten die Räder auf den groben Schottersteinen seitlich weg. Es war schwierig die Räder mit dem Gepäck in der Spur zu halten. 

Nachdem wir viel Kraft und Nerven verloren hatten, erreichten wir schließlich Liba. Irgendwie hatten wir ein kleines nettes Städtchen erwartet. Es war aber nur eine langgezogene, kleine Ansammlung von Häusern. Wir sahen viele desolate Häuser, die teilweise auch nur im ersten Stock bewohnt waren oder bei denen die Fenster mit Brettern vernagelt waren. Nach Liba fuhren wir auf einigermaßen normalen Strassen weiter. Von “gut” waren die Strassen jedoch weit entfernt, aber die Räder liefen wieder. Die Radwegebeschilderung nach Liba waren dann auch wieder ganz gut, nachdem wir gelernt hatten, an jeder Kreuzung, alle möglichen Pfähle und Bäume nach gelben Radschildern zu suchen. 

Lange hatten wir das Gefühl kaum vorwärts zu kommen. Aber dann kam das erlösende Schild nach Bad Elster. Nun ging es erst einmal lange Zeit bergab auf einigermaßen guten Strassen.  Kurz vor der deutschen Grenze sahen wir dann den Restaurant-Tourismus. Viele Deutsche Wagen standen vor einem tschechischen Restaurant genauso, wie unseren Schweizer Nachbarn unsere Restaurants besuchen. Kurz vor unserem Hotel gönnten wir uns dann noch ein Eis. Beim Bezahlen fragte und der Kellner, ob wir zusammen oder getrennt zahlen wollen. Da wir ihn verständnislos anschauten, erklärte er uns, dass in einem Kurbad wegen der sogenannten Kurschatten man diese Frage stellen müssste. Danach führte ein kleiner Aufstieg uns dann zu unserer Pension, in der wir uns sehr wohl fühlten.

Tourdaten: 58,00 KM      4,43 Stunden      

15.Tag von Bad Elster nach Reichenbach

m Morgen waren es nur noch 6 Grad und das im Juni. Heute durften wir nach etlichen Steigungen endlich mit einer Fahrt bergab starten. Diesen Genuss hatten wir gerade einmal 30 Minuten und dann konnten wir wieder einige Höhenmeter strampeln. In Oelsnitz machten wir eine Kaffeepause und steuerten einen Radladen an,da sich Norbert Beinlinge kaufen wollte. Außerdem mussten wir auch nach dem weg fragen, da die Ausschilderungen in Sachsen unterirdisch schlecht waren. Immer wieder mussten wir auf ziemlich befahrenen Strassen radeln und durften uns über rasende PKW und LKW ärgern.

 Der Höhepunkt sächsicher Radführung war dann die Staustufe der Pöhltalsperre. Egal in welche der ausgezeichneten Richtungen wir fuhren, wir landeten immer wieder vor einer Treppe mit einem Trampelpfad dahinter. Uns blieb deshalb nichts anderes übrig, als die Bundesstrasse nach Reichenbach zu nehmen. Wir hatten Glück, dass sie über eine längere Strecke nur mäßig befahren war, da viele Zufahrten wegen Baustellen gesperrt waren. 

Wir fuhren weiter bergauf und bergab und noch einen Schlenker, um uns noch die Göltzschtalbrücke anzusehen. Es ist die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Das Viadukt mit insgesamt 98 Bögen überspannt das Tal der Götzsch bei Reichenbach. In Reichenbach hatten wir ein Zimmer gebucht, was bedeutete, noch weitere 100 Höhenmeter zu überwinden. Reichenbach war ähnlich wie San Franzisco, total steile Strassen, also nicht fürs Radfahren. Im Hotel angekommen, führte uns die Wirtin gleich in eine große Ferienwohnung. Ausserdem bot sie uns an, mit ihrem Wagen in ein schönes Ausflugslokal zu Abendessen zu fahren. Das Lokal gehörte zum Hotel und die An-und Heimfahrt wurde von unserer Wirtin übernommen.  Einerseits total geschäftstüchtig auf der anderen Seite für uns toll. Das Abendessen war vom Feinsten, was wir sehr genossen.

Göltzschtalbrücke

Tourdaten: 65,00 KM      5,09 Stunden      

16.Tag von Reichenbach nach Zwickau

Vierzehn Tage lang hatte uns kein Regen erwischt, jetzt war es so weit. Wir mussten unsere komplette Regenausrüstung anziehen. Unser erstes Etappenziel war Zwickau wo wir entscheiden wollten, ob es weiter geht oder nicht. In Zwickau war das Wetter tatsächlich so, dass wir hätten weiter fahren können. Leider waren nach Zwickau keine Quartiere im Umkreis von 50 KM zu finden. Daher beschlossen wir, in Zwickau zu bleiben, wo wir noch ein Zimmer bekamen. Bis hierher hatten wir über 2 Stunden gebraucht, aber nur wegen fehlender oder irrsinniger Radwegsauszeichnungen. Eine halbe Stunden irrten wir an einer Stelle herum und fanden einfach den Weg nicht. Erst eine Autofahrer, den wir anhielten gab uns den entscheidenden Hinweis, wie wir es umgehen konnten, auf der Bundesstrasse zu fahren. Für die Weiterfahrt hatten wir uns dann entschieden, keine regionalen Radwege mehr zu benutzen, sondern überregionale, bekannt zu fahren. Bis Bad Düben werden wir dann dem Mulderagweg entlang radeln und dann der Strecke Leipzig Berlin folgen. Aber erst einmal Pause in Zwickau.

Tourdaten: 26,21 KM      2,00 Stunden      

17.Tag von Zwickau nach Colditz

Den weg aus Zwickau heraus hatten wir schnell gefunden. Wir mussten nur zur Muldpromenade fahren und waren sch auf dem ausgeschilderten Radweg. Das war von unserem Hotel aus kein Hexenwerk. Das Hotel in Zwickau war das bisher teuerste auf der ganzen Radtour und bot nue ein Minimalfrühstück. Wahrscheinlich haben wir mit dem Hotelpreis auch gleich einen Beitrag zur Renovierung des Zwickauer Doms bezahlt. Irgendwo hatte uns jemand gesagt, dass wir ab Zwickau nur noch abwärts fahren müssten. Es kommt wohl auf die Betrachtungsweise an, denn in der Realität sind wir doch so einige Höhenmeter gefahren. Bis Coldiz sind wir insgesamt 999 Höhenmeter gefahren, was eine ganze Menge ist. Dadurch war die Strecke anstrengender als gedacht. 

Leider machte uns die sogenannte Schafskälte noch zusätzlich zu schaffen. Es war mal wieder saukalt. Außerdem mussten wir unsere Regensachen an und dann wieder aus ziehen in einem stetigen Wechsel. Die letzten 20 Minuten vor dem Erreichen unseres Zieles schien dann endlich die Sonne und hob damit unsere Stimmung. 

Das Quartier in Coldiz war schnell gefunden, es war ein altes Haus, dass ein Mann in eine Pension umgewandelt hatte. Der Besitzer war irgendwie unheimlich und wir hatten das Gefühl, bei Norman Bates aus Psycho gelandet zu sein. Wir waren die einzigen Gäste und egal wo wir in der Pension auch hin gingen, Norman Bates war auch da. Leider folgten wir dann der Restaurantempfehlung unseres Wirtes. wir gingen davon aus, ein tolles Restaurant vorzufinden. Also gingen wir einen holprigen Weg zum Schloß hinauf und fanden schließlich eine sehr zweifelhafte Kneipe. Am Nebentisch diskutierten ein paar Betrunkene auf Bildzeitungsniveau die letzten politischen Ereignisse der Region. Diese Diskussion ging dann auch noch im tiefsten Sächsisch. Auf der minimalen Speisekarte entschieden wir uns für Bratkartoffeln mit Leberkäse und Spiegelei. Das war einfach das harmloseste Essen. 

Nach dem Essen gingen wir dann zum Lidl und kauften uns einen Nachtisch, den wir dann auf unserem Zimmer vertilgten. Aber noch einmal zurück zum Mulderadweg. Die Strecke verlief weitgehend abseits vom Straßenverkehr durch sehr abwechslungsreiche Landschaften (Wälder, Felder, Auen und kleine Örtchen). Eine besondere Eisenbahnbrücke konnten wir auch bewundern. Schade nur, dass das Wetter nicht mitspielte. Es gab viele Bänke, sonnige und schattige, die bei Regen eigentlich nicht weiterhalfen. außerdem sind wir an vielen Burgen und Schlössern vorbeigefahren. Spannend war es, über eine Hängebrücke zu fahren, weil uns viele Jogger entgegen kamen und die Brücke anfing zu schwingen.

Tourdaten: 66,67 KM      5,12 Stunden      

18.Tag von Colditz nach Bad Düben

Frühstück bei Norman Bates war gut. Es hatte die Lebensmittel in abgepackten Zustand auf einem Buffet gestapelt. Es sah etwas gewöhnungsbedürftig aus, aber die Auswahl war in Ordnung. Das Wetter hatte sich leider nur minimal verändert. Es ist etwas wärmer geworden, doch die bedrohlichen Regenwolken wollten einfach nicht verschwinden und der Wind ließ auch nicht nach. Der Beginn der Etappe ging gleich auch einmal bergauf. Damit hatten wir es aber bis auf weiteres auch geschafft, da der Radweg weiter eben verlief. Die Ausschilderung war excellent, das hatten wir ja schon anders erlebt. Die Etappe war fast durchgehend asphaltiert, was das Radeln angenehm machte und wir trotz Gegenwind flott voran kamen. Unsere grünen Regencapes waren leider unser ständiger Begleiter, da wir mehrere Regenschauer überstehen mussten. 

Schließlich erreichten wir nach einer kleinen Irrfahrt Bad Düben. Das Hotel lag ca. 800 Meter von der Innenstadt entfernt. Kaum hatten wir eingecheckt, ging der Regen wieder los. Etwas zu Essen wollte der Wirt uns nicht anbieten (Service ist auch etwas anderes) und im Regen in die Stadt laufen war auch keine Option. Daher bestand unser Abendessen aus 1 Apfel, 1 Aprikose, 3 Müssliriegeln und einer 1/2 Tafel Schokolade. Wir hatten lange nicht mehr so ein ausgiebiges Abendessen.

Tourdaten: 77,77 KM      4,51 Stunden      

19.Tag von Bad Düben nach Wittenberg

Das Frühstück in diesem Hotel war nicht überwältigend aber o.k. Wir freuten uns nach unserem Abendessen auf eine richtige Mahlzeit. Los ging es dann auf dem Radweg Berlin-Leipzig Richtung Norden. In Bad Düben hatten wir noch einige Schwierigkeiten, den Einstieg in die Radroute zu finden, aber mit zwei kleinen Schlenkern klappe es schließlich und wir konnten der gut markierten Route folgen.

Zunächst ging es durch die Dübener Heide, ein riesiges Waldgebiet bis nach Bad Schmiedebach. Dort konnten wir kurz einmal fühlen, wie sich Asphalt unter Rädern anfühlt, bevor es wieder auf Waldwegen weiterging. Der Wald erinnerte mit seinen Kiefern und teils sandigen Abschnitten stark an den Grunewald in Berlin. Überraschender Weise waren wieder einige Höhenmeter zu fahren.Das war aber nichts im Verhältnis zu den Tagen zuvor. Anstrengend war das Teilstück nur, weil es ständig auf weichem oder steinigen Untergrund entlang ging und besonders bei Abfahrten kostete es eine ziemliche Konzentration, das Rad in der Spur zu behalten.

Je näher wir Wittenberg kamen, desto flache wurde es. Unser Hotel haben wir ziemlich problemlos gefunden. Es war ein 3 Sterne Hotel, dem wir den 4. Stern problemlos zugestanden hätten. Wittenberg ist eine sehr schön restaurierte, in der uns Luther auf Schritt und Tritt begegnete. Wir wollten unbedingt die “Thesentür” sehen, mussten aber wie schon in Regensburg mit einer Baustelle vorlieb nehmen. Am Abend haben wir in einem gemütlichen Biergarten, der voll in amerikanische Hand war,geschlemmt. Mit Jacken war es sogar möglich draußen zu sitzen. 

Tourdaten: 53,00 KM      3,41 Stunden      

20.Tag von Wittenberg nach Luckenwalde

In der Nacht hatte es wieder einmal heftig geregnet und der Himmel war am Morgen noch wolkenverhangen. Wir wagten es trotzdem, unsere Regensachen einzupacken und hofften, trocken zu bleiben. Im Laufe des Tages wurde es sogar noch warm. Die Strecke verlief ausnahmslos auf Asphalt ohne nennenswerte Steigungen. Schließlich erreichen wir den Fläming Skate. Nun flogen wir fast über die Piste. Leider rauschten wir bei Jüterborg an einem Abzweig vorbei, so dass wir bis Kloster Zinna eine volle extra Schleife fuhren. Irgendwann waren wir dann wieder in der Spur. Nun gaben wir besonders Gas, da wieder dicke Wolken aufzogen. Der Regen hatte uns wieder eingeholt. Wir hatten Glück, dass es anfing zu tröpfeln als wir direkt vor einer Schutzhütte waren. Wir konnten dort den Schauer abwarten, in Ruhe die Regensachen ausziehen und dann die letzten 10 KM bis nach Luckenwalde in Angriff nehmen.

Wie schon in Donauwörth fing der richtige Regen erst an, als wir im Hotel waren.

Tourdaten: 72,58 KM      4,19 Stunden      

21.Tag von Luckenwalde nach Zossen

Leider hatten alle Wettervorhersagen Recht behalten, es wurde kälter und regnete unentwegs. Da geht einem schon der Genuß am Radeln ziemlich verloren und man hat eigentlich nur noch das Ziel vor Augen. Für alle Fälle hatten wir uns in Zossen schon ein Hotel vorgebucht. Die Entfernung und das Gelände waren so, dass die Strecke in 2,5 Stunden zu schaffen sein sollte. Wir zogen also gleich unsere volle Regenmontur an inklusive der Neopren-Überschuhe, was sich als notwendig erwies. 

Nach ca. 1 Stunde riefen wir im Hotel an, ob wir früher einchecken könnten, da wir pitschnaß waren. Das klappte dann auch super. Die Fahrräder und unsere nassen Sachen konnten wir gut in einem großen Nebenraum des Hotels abstellen bzw, trocknen lassen. 

Die Fahrradstrecke von Luckenwalde nach Zossen gehörte nicht unbedingt zu den interessantesten Abschnitten unserer Berlintour. Vielleicht wären wenigsten die Abschnitte am Mellensee bei Sonne ganz schön gewesen. Damit die recht langweilige Tour doch noch etwas interessanter wurde, hat Norbert dann kurz vor dem Mullensee versucht mit einem Schlenker vom Kopfsteinpflaster auf den Gehweg zufahren. Auf dem schlechten, glitschigen Untergrund rutschte ihm das Hinterrad weg und er machte eine Schwalbe (Knie- Schulterlandung). Das Ergebnis war eine kurze Übelkeit, aufgeschlagene Knie, verdreckte Kleidung und eine zerrissene Regenhose. Er erholte sich aber echt schnell, biss die Zähne zusammen und fuhr die letzten 5 KM zum Hotel.

Im Hotel gab es dann eine kleine Überraschung, essen konnte man dort nicht und weit und breit war kein Restaurant in Sicht. Als der Regen endlich aufgehört hatte, gingen wir ins nächste Kaufland und besorgten uns Pflaster und etwas zu essen. Irgenwie war der Tag nicht gerade Hitverdächtig.

 

Tourdaten: 40,35 KM      2,23 Stunden      

Tag 22 von Zossen nach Berlin

So, jetzt war das Ziel greifbar nahe. Es war zwar kalt, aber es regnete wenigstens nicht mehr. Unterwegs mussten wir zwar noch 3 kleine Nieselschauer über uns ergehen lassen, aber so kurz vor Berlin, steckt man das locker weg. Die Strecke war nicht besonders spannend. Längere Zeit fuhren wir neben der B96 auf einem Radweg. Nur ein kurzes Stück ging über Dörfer und in Lichtenrade konnten wir endlich unser Zielfoto machen.

Tourdaten: 32,10 KM      2,08 Stunden